Wirtschaftswege zwischen Niederheide und Wekeln werden verbotenerweise genutzt. Die Stadt will das ändern.

Wirtschaftswege zwischen Niederheide und Wekeln werden verbotenerweise genutzt. Die Stadt will das ändern.
Von Wekeln aus nutzen viele Autofahrer die Straße „Klein Kempen“ nach Niederheide.

Von Wekeln aus nutzen viele Autofahrer die Straße „Klein Kempen“ nach Niederheide.

msc

Von Wekeln aus nutzen viele Autofahrer die Straße „Klein Kempen“ nach Niederheide.

Willich. Rund 950 Kraftfahrzeuge verkehren derzeit von der Straße Am Klapptor in Niederheide zum Stahlwerk Becker und nach Wekeln in beiden Richtungen. Erlaubt ist das nicht, aber geahndet werden die fast 1000 Verstöße pro Tag auch nicht. Und das, obwohl statt einer Straße lediglich Wirtschaftswege zur Verfügung stehen.

Im September vergangenen Jahres stellten alle Fraktionen einen gemeinsamen Antrag: Sie beauftragten die Stadt, in Erfahrung zu bringen, ob es möglich sei, eine entsprechende Straße bauen zu lassen und wenn ja, wo sie verlaufen solle und wie teuer das werden würde. Erste Ergebnisse wurden jetzt im Planungsausschuss vorgestellt – sie waren erarbeitet worden vom Planungsbüro PTV Transport Consult in Düsseldorf. Ann-Kathrin Liefen stellte die Ergebnisse vor. Entscheidungen wurden noch nicht getroffen, das Thema wird zunächst in den Fraktionen beraten.

Am Morgen, wenn der Berufsverkehr rollt, wurden in einer Stunde 46 Fahrzeuge gezählt, die den verbotenen Wirtschaftsweg benutzen. Das Düsseldorfer Büro hatte mehrere Alternativen überprüft. Es favorisiert folgende Variante: Die Zufahrt in Niederheide soll nicht über die Straße Am Klapptor erfolgen, sondern dieser Knotenpunkt sollte ein Stück nach Westen verlegt werden. Die Vorteile: Dieser Knotenpunkt wäre übersichtlicher, es wäre nur ein Hof betroffen, dem die Straße sehr nahe käme. Die Planer gehen davon aus, dass eine solche Straße täglich von 2000 bis 2500 Autos benutzt werden würde. Der Ortskern von Schiefbahn würde so entlastet.

Die Kosten der untersuchten Varianten wurden auf drei bis 3,4 Millionen Euro geschätzt. Die bevorzugte Variante würde das Landschaftsschutzgebiet im Bereich des Flöthbachs lediglich tangieren. Möglicherweise müsste an der Rohrzieherstraße ein Kreisverkehr gebaut werden.

„Wir müssen die Zahlen erstmal wirken lassen“, erklärte Sascha Faßbender (CDU). Die jetzige Verbindung könne man schon nicht mehr als Schleichweg bezeichnen. Raimund Berg (Die Grünen) ließ sich von der Verkehrsplanerin versichern, dass der Lkw-Anteil voraussichtlich nicht sehr hoch sein werde. „Neue Straßen ziehen neue Verkehre an“, sagte der städtische Verkehrsplaner Armin Printzen. „So leicht ist eine Sperrung für den Lkw-Verkehr nicht durchzusetzen“, sagte die Technische Beigeordnete Martina Stall.

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