In Tönisvorst haben viele Gebäude schon Jahrzehnte „auf dem Buckel“. Der Blick durch die Infrarot-Kamera könnte sich lohnen.

In Tönisvorst haben viele Gebäude schon Jahrzehnte „auf dem Buckel“. Der Blick durch die Infrarot-Kamera könnte sich lohnen.
Großer Bahnhof an der Bahnstraße: (v.l.) Bürgermeister Thomas Goßen, Felix Schütte und Dezernent Andreas Budde (beide Kreis Viersen), die Energieberater Felix Glier und Sonja Kochem.

Großer Bahnhof an der Bahnstraße: (v.l.) Bürgermeister Thomas Goßen, Felix Schütte und Dezernent Andreas Budde (beide Kreis Viersen), die Energieberater Felix Glier und Sonja Kochem.

Kurt Lübke

Großer Bahnhof an der Bahnstraße: (v.l.) Bürgermeister Thomas Goßen, Felix Schütte und Dezernent Andreas Budde (beide Kreis Viersen), die Energieberater Felix Glier und Sonja Kochem.

Tönisvorst/Kreis Viersen. Achtung, Schnapszahl: 7777 Wohngebäude hat die Stadt Tönisvorst vor einigen Jahren auf ihrem Gebiet erfasst. Davon wurden etwas mehr als 3000 zwischen 1949 und 1978 gebaut, sind also älteren Datums. Bei solchen Häuern könnte eine energetische Sanierung möglicherweise Sinn machen. Das sagt Birgit Lufen, die innerhalb der Stadtverwaltung mit diesem Thema befasst ist.

Derzeit läuft die Aktion der Verbraucherzentrale

Doch vor einer Sanierung steht zunächst einmal die Frage, wo die Wärme aus den vier Wänden entweicht. Typische Stellen sind unter anderem das Dach oder die Fenster. Um solche Schwachstellen sichtbar zu machen, gibt es technische Hilfsmittel wie Infrarot-Kameras. Ihre Aufnahmen, die am besten bei Winterwetter und nachts gemacht werden, können dann von Fachleuten interpretiert werden.

Genau das bietet die Verbraucherzentrale NRW an, deren Experten momentan im Rahmen der „Thermografie-Aktion“ im Kreis Viersen unterwegs sind. Nach der ersten Station in Brüggen waren sie gestern im Verwaltungsgebäude an der Bahnstraße in St. Tönis. Im Foyer konnten sich Hauseigentümer informieren.

Laut Birgit Lufen kann man davon ausgehen, dass Privathaushalte 30 Prozent der Umweltbelastung in einer Kommune ausmachen. In Tönisvorst würden 78 Prozent des Stromverbrauchs auf privates Konto gehen. Solche Zahlen machen klar: Jeder kann was tun in Sachen Energieeinsparung. Und: Dämmung tut not.

Energieberater Friedhelm Glier, im Auftrag der Verbraucherzentrale unterwegs, berichtete gestern von Überraschungen, die Hausbesitzer nach einer Thermografie-Besuch erlebt hätten. Die Bandbreite reichte von zugemauerten Fenster, von denen keiner mehr etwas wusste, bis hin zu der bislang unbekannten Tatsache, dass man in einem Fachwerkhaus lebt – mit den entsprechenden energetischen Begleiterscheinungen. Laut dem Fachmann würden auch handwerkliche Mängel entdeckt.

Rot bedeutet: Es tritt viel Wärme aus

Sind die Bilder „im Kasten“ folgt eine 90-minütige Beratung vor Ort. „Es hilft vielen, wenn sie mit einigen Augen sehen, wie zum Beispiel ihr ungedämmter Rollladenkasten auf dem Wärmebild knallrot leuchtet“, so Glier. Rot bedeutet: Viel Wärme, also Energie, tritt aus, was sich natürlich in der Heizrechnung widerspiegelt.

Auf Basis des Befundes erstellen die Berater – deren Unabhängigkeit gestern betont wurde – einen individuellen „Therapieplan“. Damit würden die Wünsche und finanziellen Möglichkeiten der Auftraggeber berücksichtigt. Die Thermografie inklusive Beratung kostet 190 Euro. „Das ist ein unschlagbarer Preis“, sagt Birgit Lufen und verweist auf die öffentliche Förderung durch EU und Land NRW.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer