Auch in Tönisvorst steigt die Zahl der Asylbewerber. Die Stadt stellt dafür zusätzlich Geld bereit.

Soziales
Bürgermeister Thomas Goßen.

Bürgermeister Thomas Goßen.

Lübke, Kurt (kul)

Bürgermeister Thomas Goßen.

Tönisvorst. „Auch wir werden große Schwierigkeiten bekommen, sollte die Zahl der Flüchtlinge und die entsprechenden Zuweisungen weiter zunehmen“, sagte Freitag auf Nachfrage der WZ Bürgermeister Thomas Goßen. Gerade sei man dabei, als einen dritten größeren Standort ein städtisches Gebäude in St. Tönis entsprechend den Bedürfnissen anzupassen. Die Kapazitäten seien dann aber erschöpft.

Tags zuvor ging es im Hauptausschuss um die auch in Tönisvorst stark angestiegenen Flüchtlingszahlen. Waren es im Vorjahr insgesamt 32 neue ausländische Flüchtlinge, die in Tönisvorst untergebracht und versorgt werden mussten und müssen, waren es in diesem Jahr bis zum 31. Juli bereits 35 Personen – insgesamt also 67.

Zusätzlich wurden 190 000 Euro bewilligt

Die Zahl der Flüchtlinge, die alles in allem in der Stadt leben, konnte der Bürgermeister nicht nennen: Die zuständige Sachbearbeiterin sei im Urlaub.

Der Hauptausschuss musste, um allen Flüchtlingen die entsprechenden Gelder nach dem Asylbewerberleistungsgesetz gewähren zu können, überplanmäßige Mittel von 190 000 Euro bereitstellen. Im Etat waren bisher dafür 320 000 Euro ausgewiesen und bis Anfang August schon rund 280 000 verbraucht.

Neben den laufenden Lebensunterhaltungskosten seien insbesondere auch die Krankenkosten stark angestiegen. So mussten in den ersten siebeneinhalb Monaten diesen Jahres 14 Personen die kostenintensive Krankenhilfe gewährt werden.

Wie in der Verwaltungsvorlage stand, erwarte die zuständige Bundesbehörde in diesem Jahr rund 170 000 Flüchtlinge, davon entfallen 37 000 Personen auf NRW. Im Vergleich Juli 2013 zu Juli 2014 habe es eine Steigerung von 75,6 Prozent gegeben. Dabei seien die syrischen Flüchtlinge noch gar nicht berücksichtigt.

Kämmerer Nicole Waßen machte einen Deckungsvorschlag: 150 000 Euro kann sie bei der Kreisumlage sparen, 30 000 bei den Beiträgen an den Verkehrsverbund – und die restlichen 10 000 sind Gutachterkosten, die wohl erst 2015 fällig werden. Der Ausschuss musste zustimmen. Thomas Goßen: „Wir kommen nicht daran vorbei.“

Übrigens war die öffentliche Sitzung des Hauptausschuss bereits nach acht Minuten beendet. Kraft seines Amtes ist Bürgermeister Thomas Goßen der Vorsitzende dieses Ausschusses. Zu seinen Stellvertretern wurden einstimmig Christiane Tille-Gander und Uwe Leuchtenberg gewählt. Beide sind auch die stellvertretenden Bürgermeister.

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