Die schwarz-grüne Zusammenarbeit im Rat sei ein „fauler Deal“, so die Sozialdemokraten.

Willich. Mit scharfen Worten hat die Willicher SPD auf die strategische Partnerschaft, die die CDU und die Grünen im Stadtrat eingegangen sind, reagiert. „Bereits seit Monaten verdichten sich die Gerüchte in Politik und Verwaltung, dass Raimund Berg sich als neuen Ersten Beigeordneten der Stadt sieht. Somit ist es nicht verwunderlich, dass CDU und Grüne einen faulen Deal eingehen und der Willicher Öffentlichkeit weiter etwas von transparenter Personalpolitik erzählen“, schreiben die Sozialdemokraten in einem Beitrag auf ihrer Homepage.

Der Grünen-Fraktionsvorsitzende weist die Vorwürfe zurück

Ende des vergangenen Jahres hatten CDU und Grüne die Zusammenarbeit bei einer gemeinsamen Pressekonferenz bekannt gegeben. Die SPD wirft den beiden Fraktionen nun vor, dass es ihnen nicht um inhaltliche Arbeit für die Willicher Bürger gehe. Vielmehr sei der Schwerpunkt der schwarz-grünen Zusammenarbeit die personelle Entwicklung der Stadtverwaltung.

2018 gilt es, einen neuen Technischen Beigeordneten zu wählen. 2020 oder 2021 geht Willichs Erster Beigeordneter und Kämmerer Willy Kerbusch in den Ruhestand. Raimund Berg, Fraktionsvorsitzender der Willicher Grünen, wolle Willy Kerbusch beerben, sagen nun die Sozialdemokraten – und sprechen von einem „faulen Deal“: „Verkaufen die Grünen als zukünftige Mehrheitsbeschaffer für die Union einen Teil ihrer Grundwerte und erhalten im Gegenzug einen der einflussreichsten Spitzenposten der Verwaltung, der immerhin mit circa 7500 Euro brutto pro Monat vergütet wird?“ Die Sozialdemokraten fordern CDU und Grüne auf, die Karten auf den Tisch zu legen und die Öffentlichkeit über die wahren Absichten ihrer Kooperation zu informieren.

Berg zeigt sich irritiert über die „wilden Gerüchte“. Bei der Kooperation gehe es um Stabilität im Rat und darum, „die Möglichkeit zu schaffen, mehrere Vorschläge für die Besetzung der Beigeordneten-Stellen zu bekommen. Alles andere entbehrt jeglicher Diskussion.“ Die Frage, ob er sich vorstellen könnte, Willichs Kämmerer zu werden, stelle sich für ihn nicht: „Das ist keine relevante Frage, mit der ich mich beschäftigen muss.“ msc

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