Kreisweit gehörte der Januar zu den grippestärksten der vergangenen Jahre.

Tönisvorst/Kreis Viersen. Das Wartezimmer von Dr. Klaus Verstraeten in St. Tönis ist gut gefüllt. 200 Patienten hat der Arzt bis zum Ende des vorigen Jahres geimpft. Trotzdem gab es schon einige Grippefälle im Januar, wie Martina Kruß, Amtsärztin des Kreises Viersen und Leiterin des Kreisgesundheitsamtes, erklärt. „Mit 29 gemeldeten Fällen gehört der Januar 2018 sogar zu den grippestärksten der vergangenen Jahre“, sagt Martina Kruß. Bedenklich sei die Zahl nicht, aber: „Sie zeigt, dass Grippeviren unterwegs sind und eine Schutz sich empfiehlt“, sagt die Ärztin. Auch Dr. Joachim Kresken, Sprecher für den Kreis Viersen im Apothekerverband Nordrhein, hat bisher in seiner Apotheke keine Grippewelle beobachtet, empfiehlt aber vor allem Menschen, die der Risikogruppe angehören, eine jährliche Impfung.

Zu dieser Risikogruppe gehören laut Ständiger Impfkommission, kurz Stiko, Personen ab 60 Jahren, Schwangere ab dem zweiten Trimenon, Menschen mit chronischen Krankheiten der Atmungsorgane, Herz- oder Kreislaufkrankheiten, Leber- oder Nierenkrankheiten. Geimpft werden sollten laut Stiko außerdem Menschen, die im medizinischen und im Pflegebereich arbeiten oder in Einrichtungen mit starekem Publikumsverkehr.

„Wo viele Menschen aufeinandertreffen, ist das Risiko, sich anzustecken, immer am höchsten“, sagt auch Martina Kruß. Für Kindertagesstätten gelte das in besonderem Maße, wie Dr. Karl Geuschen bestätigt. Sein Wartezimmer ist zurzeit übervoll mit kleinen Grippepatienten. „Es sind definitiv mehr Kinder an Grippe erkrankt als im Vorjahr“, sagt der Kempener Kinderarzt, der seinen Patienten nur im Notfall Antibiotika verabreicht. Fiebersenker, viel Flüssigkeit und ausreichend Zeit, die Grippe Zuhause auszukurieren, seien die Mittel der Wahl. „Eltern mit Kindern unter drei Jahren empfehlen wir, wenn möglich, die Kinder prophylaktisch Zuhause zu lassen, denn die Kleinen sind besonders gefährdet.“

Bei Kindern wird die Impfung nur in speziellen Fällen empfohlen

Die Stiko empfiehlt Impfungen gegen Influenza für Kinder nur bei erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens. Kinder zwischen sechs und 36 Monaten bekommen dann die halbe Erwachsenendosis, ab einem Alter von 36 Monaten die volle Erwachsenendosis indiziert.

Erwachsene, die sich noch impfen lassen möchte, können das auch jetzt noch tun. Impfstoffe sind in den meisten Arztpraxen vorhanden. Laut Robert Koch Institut hat die jährliche Influenzawelle in Deutschland in den vergangenen Jahren meist erst nach der Jahreswende begonnen. bt

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