Das Urteil der Spruchkammer hat gegensätzliche Reaktionen ausgelöst.

Das Urteil der Spruchkammer hat gegensätzliche Reaktionen ausgelöst.
Da war es noch hell auf dem Platz. Im A-Liga-Duell traten Ende November der SV St. Tönis (in Gelb) und der SV Vorst gegeneinander an.

Da war es noch hell auf dem Platz. Im A-Liga-Duell traten Ende November der SV St. Tönis (in Gelb) und der SV Vorst gegeneinander an.

Mocnik

Da war es noch hell auf dem Platz. Im A-Liga-Duell traten Ende November der SV St. Tönis (in Gelb) und der SV Vorst gegeneinander an.

Tönisvorst. Für Rainer Hohn, Vorsitzender der Spruchkammer des Fußballkreises, war der Fall eindeutig: „Der Schiedsrichter entscheidet über einen Abbruch. Nicht eine Mannschaft und auch nicht ein Trainer. Wo kämen wir denn da hin?“ Insofern war das Urteil der Kammer, dass Vorst 0:2 verloren hat und Geldstrafe sowie weitere Kosten zahlen muss, für alle Beteiligten keine wirkliche Überraschung.

Dennoch, das Derby wirkte immer noch emotional nach: Die Vorster kämpften, versuchten, ihre Sicht des Vorfalls darzustellen. „Ich hätte das Spiel abgebrochen“, sagte Stefan Rogoll, Mitglied des SV Vorst und selbst ausgebildeter Schiedsrichter. Aus seiner Sicht sei es so dunkel gewesen, dass die schwarzen Trikots der Gäste nicht mehr zu erkennen gewesen seien. „Die Leute rennen sich über den Haufen“, befürchtete er. An der Roten Karte für den Spieler Timo Kannenberg hingegen gebe es keinerlei Zweifel.

„Das Spiel hätte überhaupt nicht angepfiffen werden dürfen“, erklärte der Vorster Spieler Erduvan Durovski. „Die Platzbedingungen waren unter aller Sau.“ Auch Trainer Michel Laskowski verteidigte sein Vorgehen. „Es war zu dunkel. Er hätte nicht wieder anpfeifen dürfen.“ Er hatte auf zwei eng beschriebenen Seiten ein Statement mitgebracht, auf dem der Standpunkt der Vorster Seite zusammengefasst wurden. Laskowski präsentierte sich fair: „Am liebsten würde ich die fraglichen zehn Minuten nachspielen und St. Tönis führt 1:0. Ganz auf Augenhöhe.“ Weil das nicht zulässig ist, beantragte er eine Neuansetzung.

Das sah der St. Töniser Trainer Oliver Dünnwald ganz anders: „Drei Punkte, zwei Tore für uns. Wir sind nicht vom Platz gegangen.“

Für Spruchkammer-Chef Hohn waren verschiedene Punkte mitausschlaggebend; „Die Spielunterbrechung war auf ein Foul eines Vorster Spielers zurückzuführen. Außerdem wurde nach dessen Abtransport ins Krankenhaus zunächst weiter diskutiert anstatt zu spielen.“ Das erläuterte er der WZ im Anschluss an die Verhandlung.

Am Rande war zu hören, dass die Vorster gerne das Heimrecht getauscht und auf ihrem Kunstrasenplatz gespielt hätten. Dies hätten die St. Töniser mit dem Hinweis abgelehnt, sie wollten keine fünf Auswärtsspiele hintereinander austragen. Ein Vertreter des St. Töniser Spielvereins bestritt, dass es dieses Angebot offiziell gegeben habe.

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