120 Vertreter aus der Wirtschaft waren in Willich zu Gast beim Forum Mittelstand.

120 Vertreter aus der Wirtschaft waren in Willich zu Gast beim Forum Mittelstand.
Beim Forum Mittelstand zum Thema Datenschutz (v.l.): Guido Görtz (stellvertretender Bürgermeister der Stadt Willich), Heiko Schöning (Fachanwalt für IT-Recht), Uta Pricken (Technologiezentrum Niederrhein), Martin Alders (Elektronik-Unternehmer aus Kempen), Karin Drabben und Udo M. Strenge von der Interessenvereinigung Mittelständische Wirtschaft sowie Moderator Prof. Thomas Merz.

Beim Forum Mittelstand zum Thema Datenschutz (v.l.): Guido Görtz (stellvertretender Bürgermeister der Stadt Willich), Heiko Schöning (Fachanwalt für IT-Recht), Uta Pricken (Technologiezentrum Niederrhein), Martin Alders (Elektronik-Unternehmer aus Kempen), Karin Drabben und Udo M. Strenge von der Interessenvereinigung Mittelständische Wirtschaft sowie Moderator Prof. Thomas Merz.

Friedhelm Reimann

Beim Forum Mittelstand zum Thema Datenschutz (v.l.): Guido Görtz (stellvertretender Bürgermeister der Stadt Willich), Heiko Schöning (Fachanwalt für IT-Recht), Uta Pricken (Technologiezentrum Niederrhein), Martin Alders (Elektronik-Unternehmer aus Kempen), Karin Drabben und Udo M. Strenge von der Interessenvereinigung Mittelständische Wirtschaft sowie Moderator Prof. Thomas Merz.

Willich. Moderator Professor Thomas Merz brachte es auf den Punkt: „Schwere Kost, aber wichtig“. Und entsprechend groß war die Resonanz beim Forum Mittelstand im Foyer des Gründerzentrums Stahlwerk Becker in Willich. Rund 120 Vertreter aus der Wirtschaft ließen sich über das neue EU-Datenschutzrecht informieren.

„Die DSGVO trifft alle Unternehmen gleich, von Thyssen-Krupp bis zum Ein-Mann-Betrieb.“

Heiko Schöning Fachanwalt für IT-Recht

Veranstaltet wird das Forum Mittelstand vom Technologiezentrum Niederrhein (TZN) und der Interessenvereinigung Mittelständische Wirtschaft (IMW). Doch wohl noch nie war das Thema so aktuell wie diesmal. Denn zum 25. Mai tritt die neue Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) in Kraft – und „sie trifft alle Unternehmen gleich, von Thyssen-Krupp bis zum Ein-Mann-Betrieb“, machte Heiko Schöning, Fachanwalt für IT-Recht, in seinem Vortrag deutlich.

2016 wurde die DSGVO beschlossen, jetzt tritt sie nach zweijähriger Übergangsfrist in Kraft. Sie enthält 99 Artikel und 173 sogenannte Erwägungsgründe – also Möglichkeiten der Auslegung.

Künftig werde von den Unternehmen viel Dokumentation verlangt. Dabei geht es eigentlich um Datenminimierung und Transparenz, so der Referent. Doch in der Praxis kämen mit der neuen Verordnung je nach Zählweise etwa 46 Pflichten auf den Verantwortlichen zu. Das reicht von der Auskunftspflicht über IT-Sicherheit bis zur Bestellung eines Datenschutzbeauftragten.

In der Anfangsphase sei es für die Unternehmen wichtig, ihre Webseiten auf die Anforderungen der neuen DSGVO auszurichten. Karin Drabben von der IMW wies darauf hin, dass das TZN gemeinsam mit der WFG Kreis Viersen und der Hochschule Niederrhein Zertifikatskurse für IT-Sicherheit anbietet.

Ärger regt sich über ein „Bürokratiemonster“

„Datenschutz beginnt im Kopf meiner Mitarbeiter“, berichtete der Kempener Unternehmer Martin Alders aus der Praxis. Man habe vor einem Jahr begonnen, die DSGVO im Unternehmen umzusetzen. So habe man starke Kennwortrichtlinien erlassen und klare Verantwortlichkeiten benannt. Er gestand aber ein, dass dies zu Lasten der Flexibilität gegangen sei.

Schöning versuchte, den Wirtschaftsvertretern die Angst vor dem Datenschutz zu nehmen – was ihm wohl nur zum Teil gelang. Denn trotz vieler anschaulicher Praxisbeispiele blieben viele Fragen offen. Und die in immenser Höhe drohenden Geldbußen trugen zur weiteren Verunsicherung bei. So erntete der Kempener Unternehmer Alexander Vennekel viel Beifall für seine Bemerkung, dass es sich um ein Bürokratiemonster handele, gegen das man etwas tun müsse.

Dass die Veranstaltung aber ein voller Erfolg war, darin waren sich alle einig. „Sie haben mit diesem Thema den Nagel auf den Kopf getroffen“, bedankte sich Willichs stellvertretender Bürgermeister Guido Görtz beim Geschäftsführer des Technologienzentrums Niederrhein, Thomas Jablonski. Red

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