Kreis Viersen untersagt Durchführung des Konzerts „4 goodReasons“.

Kreis Viersen untersagt Durchführung des Konzerts „4 goodReasons“.
Im Vorjahr hat Sebastian van Densen in seiner Bäckerei an der Leipziger Straße ein Café eröffnet. Dort möchte er eine Kultur-Reihe etablieren.

Im Vorjahr hat Sebastian van Densen in seiner Bäckerei an der Leipziger Straße ein Café eröffnet. Dort möchte er eine Kultur-Reihe etablieren.

van Densen

Im Vorjahr hat Sebastian van Densen in seiner Bäckerei an der Leipziger Straße ein Café eröffnet. Dort möchte er eine Kultur-Reihe etablieren.

St. Tönis. Die Enttäuschung bei Sebastian van Densen ist groß: Das für Ende Januar geplante Konzert der Band „4 good Reasons“ in seinem Bäckerei-Café an der Leipziger Straße muss abgesagt werden. Grund: „Die Bauaufsicht des Kreises Viersen hat sich kurzfristig mit uns in Verbindung gesetzt und uns untersagt, hier im reinen Wohngebiet eine Abendveranstaltung durchzuführen!“

Wobei van Densen diese Begründung nicht nachvollziehen kann: „Reines Wohngebiet? Wir betreiben hier seit Jahren Gewerbe“, heißt es in seiner schriftlichen Stellungnahme auf der Facebook-Seite der Band.

Der Bäckermeister kann die Zwangsabsage auch aus einem anderen Grund nicht nachvollziehen: Er hatte im Vorfeld eine Genehmigung der Stadt Tönisvorst für das Konzert bekommen. Mehr noch: Die Stadt macht auf ihrer Homepage selbst Reklame für die Veranstaltung.

„Leider können wir gegen die Entscheidung der Bauordnung des Kreises als übergeordnete Behörde nichts ausrichten“, sagt Stadtsprecherin Catharina Perchthaler auf Nachfrage der WZ. Die Stadt selbst habe sich bei ihrer Entscheidung im Rahmen der Genehmigung der Bauordnung aus dem Jahr 2012 für die Umgestaltung der Bäckerei zum „Naturmarkt“ bewegt.

Mit dem Konzert möchte Sebastian van Densen eigentlich eine neue Kulturreihe etablieren. Unter dem Titel „Kultur-Backstube“ soll es regelmäßige Veranstaltungen geben – von Musik über Literatur bis hin zu Kabarett und Comedy.

Das Interesse an der Reihe, die auch ein „Quartiersgefühl“ an der Leipziger Straße herstellen kann, ist groß: Alle 70 Karten für die erste Veranstaltung waren innerhalb kürzester Zeit ausverkauft. „Das Event war komplett organisiert und hat uns bereits im Vorfeld viel Zeit und Mühe gekostet. Dies wird nun leider alles über den Haufen geworfen“, so van Densen.

Kann das Konzert am 27. Januar noch gerettet werden? „Wir versuchen, dafür Ersatzräume zu finden“, sagt Catharina Perchthaler. Sie sei optimistisch, dass dies gelingen kann.

Ob auch die Kulturreihe selbst gerettet wird, ist dagegen völlig offen. Die Entscheidung dafür liegt beim Kreis. Ein Sprecher der Behörde kündigte Donnerstagnachmittag für heute eine Stellungnahme an. Der zuständige Sachbearbeiter sei gestern nicht mehr erreichbar gewesen.

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