Mit kleinen Pausen befasst sich der Bürgerverein Anrath seit gut 100 Jahren mit Heimatfragen.

Mit kleinen Pausen befasst sich der Bürgerverein Anrath seit gut 100 Jahren mit Heimatfragen.
Auf dem Gemälde vor Ute Knabben und Marlies Pasch vom Bürgerverein ist Lorenz Schmitz, Gründer des Anrather Krankenhauses, zu sehen.

Auf dem Gemälde vor Ute Knabben und Marlies Pasch vom Bürgerverein ist Lorenz Schmitz, Gründer des Anrather Krankenhauses, zu sehen.

Kaiser

Auf dem Gemälde vor Ute Knabben und Marlies Pasch vom Bürgerverein ist Lorenz Schmitz, Gründer des Anrather Krankenhauses, zu sehen.

Anrath. Das Wörtchen „Kooreschlaat“ hat Friedel Kluth in den vergangenen Tagen auf Trab gehalten. „Wir haben eine Mail erhalten, in der ein Bürger wissen wollte, was sich hinter diesem Wort verbirgt. Also sind wir auf die Suche gegangen“, sagt Marlies Pasch. Die Vorsitzende des Bürgervereins Anrath hat den Mundart-Fachmann aktiviert, und Kluth hat sich auf die Recherche begeben. Herausgekommen ist, dass es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um einen Getreidesalat handelt.

Anfragen der unterschiedlichsten Art sind für den Bürgerverein nichts Ungewöhnliches. Aktuell beschäftigen den Verein auf Anregung einer Bürgerin die teilweise nicht mehr so schönen Blumenkübel in der Fußgängerzone. „Wir haben in diesem Fall bereits eine Begehung mit der Stadt durchgeführt und erste Ideen entwickelt, um die Beete wieder in einen attraktiven Zustand zu bringen“, sagt Geschäftsführerin Ute Knabben. „Von Bürgern für Bürger“ lautet das Motto des Vereins, der aber auch ansonsten mehr als aktiv ist. Filmabende, Lesungen, Mundart-Nachmittage und ein monatlich stattfindender Mundartstammtisch, Exkursionen, Führungen durch Anrath – wer in den Veranstaltungskalender des Bürgervereins schaut, der stößt auf eine Vielzahl von Aktivitäten.

Eines der wichtigsten Projekte ist die Herausgabe des Heimatbuchs

Die Wurzeln des Vereins reichen bis ins 19. Jahrhundert zurück. Er war aktiv, bis es in den 30er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts zu einem Verbot kam. Nach dem Zweiten Weltkrieg geriet er in Vergessenheit, 1970 nahm der Verein wieder seine Arbeit auf. „Wir können heute sagen, dass wir ein Stück Heimatgeschichte und Zeitgeschehen festhalten“, sagt Pasch und verweist auf die Digitalisierung von geschichtlichen Dokumenten und die Herausgabe der Heimatbücher seit 1978. Nicht nur die Vergangenheit findet sich in den Büchern wieder, auch die Gegenwart – vom Umbau der Johannesschule bis zum 20-jährigen Bestehen des Anrather Gymnasiums.

Nachdem der Bürgerverein über die Jahre unterschiedliche Domizile nutzte, ist er jetzt seit über drei Jahren in eigenen Räumlichkeiten am Kirchplatz 9–11 daheim. Der Bürgerverein hat 350 Mitglieder. Eine Einzelmitgliedschaft kostet zehn Euro pro Jahr, Familien zahlen 15 Euro.

www.buergerverein-anrath.de

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