Am 12. Dezember ist Tag des Weihnachtssterns. Gärtner Herbert von Danwitz erklärt, wie man ihn am pfleglichsten behandelt.

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Herbert von Danwitz ist Herr über mehr als 500 000 Weihnachtssterne.

Herbert von Danwitz ist Herr über mehr als 500 000 Weihnachtssterne.

Lübke, Kurt (kul)

Herbert von Danwitz ist Herr über mehr als 500 000 Weihnachtssterne.

Vorst. Am 12. Dezember ist Tag des Weihnachtsterns. Und 500 000 Exemplare des winterlichen Gewächses, die in diesen Tagen und Wochen in ganz Deutschland gekauft werden, kommen von der Vorster Firma von Danwitz.

Während 300 000 Weihnachtssterne in Vorst wachsen, werden 200 000 Blumen in angemieteten Gewächshäusern in Grefrath-Vinkrath angepflanzt. Von Mitte November bis Heiligabend dauert die Saison.

Die Farbenvielfalt ist groß. Von weiß über cremegelb, rosa bis hin zu lila reicht die Farbpalette. Aber an den Klassiker reicht nichts heran: „Zu 90 Prozent sind die Weihnachtssterne immer noch rot“, sagt Herbert von Danwitz.

„Der Weihnachtsstern ist die zweitmeist verkaufte Topfpflanze.“

Herbert von Danwitz, Gärtner

Seit nunmehr 60 Jahren werden bei dem Familienunternehmen Weihnachtssterne angebaut. Seit 1988 führt Herbert von Danwitz das Unternehmen, das er von seinem Vater übernommen hat. „Als Saisonartikel laufen die Weihnachtssterne im einen Jahr mal besser, in einem mal schlechter“, sagt der 50-Jährige.

Aber er ist sicher, dass diese Klassiker der Weihnachtsdekoration Bestand haben werden. Sie gehören einfach zur Weihnachtszeit wie Tannenbaum und Spekulatius. „Der Weihnachtsstern ist die zweitmeist verkaufte Topfpflanze“, sagt von Danwitz. Jeder zweite Deutsche kaufe einen in der Vorweihnachtssaison.

„Poinsettia Day“ heißt der Tag des Weihnachtssterns in Amerika. Dort wird er alljährlich am 12. Dezember gefeiert, zu Ehren von Joel Poinsett, der vor 200 Jahren die blühende Pflanze aus Mexiko brachte und ihr auch seinen Namen lieh. Er war erste Botschafter der USA in Mexiko und schickte vor rund 200 Jahren einige Pflanzen zur Sichtung an den botanischen Garten in Philadelphia. Etwa 100 Jahre später kamen die ersten Pflanzen nach Europa.

Den botanischen Namen Euphorbia pulcherrima, die Allerschönste der Euphorbien, verlieh ihr der Direktor des botanischen Gartens in Berlin.

Als gebürtiger Mexikaner hat der Weihnachtsstern gerne „trockene Füße“. „Die meisten werden leider ertränkt. Staunässe können die Pflanzen nicht gut vertragen“, weiß Herbert von Danwitz. Daher sollte man die Topfpflanze erst gießen, wenn die Erde fast trocken ist. Am Besten mit lauwarmem Wasser.

Optimal ist ein heller, warmer Platz um 20 Grad Celsius. Direkte Sonneneinstrahlung oder Zugluft sollte man aber vermeiden. Damit die Hochblätter auch im nächsten Jahr wieder Farbe bekommen, sollte die Pflanze mehrere Wochen mindestens zwölf Stunden täglich komplett dunkel steht.

Giftig ist der Stern nur in seiner Wildform

Und Herbert von Danwitz möchte auch mit einem Ammenmärchen aufräumen, das immer wieder kursiert: nämlich, dass der Weihnachtsstern giftig ist. Zwar ist die Pflanze nicht unbedingt zum Verzehr geeignet.

Aber es kommt auf die Menge an. „Auch Salz ist tödlich, wenn man zu viel davon ist“, sagt von Danwitz. Giftig ist nur die Wildform. In gezüchteten Zimmerpflanzen finden sich die für die Familie der Wolfsmilchgewächse typischen hautreizenden Bestandteile nicht mehr.

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