Die Künstlergruppe trennt sich vom Atelier an der Bahnstraße in Willich.

Die Künstlergruppe trennt sich vom Atelier an der Bahnstraße in Willich.
Die internationale Künstlergruppe in ihrem Atelier an der Bahnstraße. Archiv

Die internationale Künstlergruppe in ihrem Atelier an der Bahnstraße. Archiv

Wolfgang Kaiser

Die internationale Künstlergruppe in ihrem Atelier an der Bahnstraße. Archiv

Willich. Ein erfolgreiches Projekt ist auf der Zielgraden: „Art.together“, das interkulturelle Dialog-Projekt im Atelier Bahnstraße 14 (ehemaliger Schlecker-Markt), in dem Willicher und aus Kriegs- und Krisengebieten gekommene Künstler zusammen arbeiten, blickt auf eine erfolgreiche und inspirierende Zeit zurück: 18 Kreative haben in den vergangenen eineinhalb Jahren viel vom Engagement der Künstlerin Beate Krempe profitiert und gemeinsam mit ihr einiges bewegt und initiiert.

Die Gruppe Art.together machte bemerkenswerte Ausstellungen, unterrichtete Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Senioren und Menschen mit Behinderungen, es wurden Bühnenbilder gebaut, Kultur- und Stadtprojekte veranstaltet: Das Benefizkonzert Kaiserplatz, die Baumaktion Markt zusammen mit Grundschülern, das Taschenprojekt oder die Willicher Skizzen sind dafür nur einige Beispiele.

Mehr als 500 Besucher an einem Sonntag

Das Atelier im Zentrum bot die Möglichkeit, offen in Dialog zu kommen, Fremdes kennenzulernen und sich über sprachliche, religiöse und gesellschaftliche Grenzen hinweg auszutauschen. Dabei waren die Willicher stets eingebunden und das offene Atelier konnte beispielsweise bei einem verkaufsoffenen Sonntag mehr als 500 Besucher verzeichnen.

2017 wurde Art.together als Projekt des Kulturforums Willich aufgenommen: Durch die Vereinsstruktur konnten Fördergelder und Spenden eingeworben werden. Doch Zeiten und Umstände verändern sich: Die geflohenen Künstler sind inzwischen gut angekommen und teilweise anders beschäftigt. Eine unterstützende Integrationsarbeit durch die deutschen Künstler ist inzwischen weniger nötig. Die intensive Zeit des Dialoges und der Integration in dem Atelier geht daher zu Ende.

Dieser Abschied wird nun gefeiert: Für Sonntag laden die Künstler ab 11 Uhr ins Atelier ein: Sie wollen Freunden und Förderern für die gemeinsame Zeit danken. „Dass dabei ein wenig Wehmut aufkommen wird, steht zu erwarten“, so Citymanagerin Christel Holter, „aber das gehört dazu, wenn es schön und erfolgreich war – alle sind herzlich eingeladen!“

Im ehemaligen Schlecker-Markt geht es weiter

Doch die Künstlergruppe „Art.together“ bleibt bestehen – und plant schon weiter: Eine gemeinsame Ausstellung ist für 2018 im Niederrheinischen Freilichtmuseum in Grefrath geplant („Sehnsucht nach. . . Mutter-Land & Vater-Sprache“). Und auch im ehemaligen Schlecker-Markt geht es weiter: Das Kulturforum Willich hat sich einen wichtigen kulturellen Platz im Innenstadtbereich erarbeitet. Und Künstlerin Beate Krempe, fraglos treibende Kraft hinter der ganzen Entwicklung, hofft darauf, eine Zeit lang weiter in den Räumen arbeiten zu können, bis vielleicht eine neue gewerbliche Nachnutzung in dem Ladenlokal realisiert wird. Also wurden Gespräche dazu geführt, Konzepte geschrieben und Förderanträge auf den Weg gebracht.

Nun plant Krempe mit vielen Unterstützern das Thema Kunst und Kultur als „kunst.punkt.willich“ im Innenstadtbereich zu etablieren. Idee ist, das Kulturprogramm zu erweitern, ab 2018 sind bereits Ausstellungen von internationalen Künstlern geplant. Krempe: „Es wäre großartig, weiterhin einen Anlaufpunkt für die freie Kunstszene und geflohene Künstler anbieten zu können, regelmäßig Ausstellungen zu organisieren und weitere Kunst-, Kultur- und Stadtprojekte zu entwickeln.“

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