Mehr als 80 Feuerwehrleute aus Vorst, St. Tönis, Kempen und Willich waren gestern in der Fleischfabrik im Einsatz. Eine Gefahr für die Bevölkerung bestand nach Angaben der Behörden zu keiner Zeit.

Mehr als 80 Feuerwehrleute aus Vorst, St. Tönis, Kempen und Willich waren gestern in der Fleischfabrik im Einsatz. Eine Gefahr für die Bevölkerung bestand nach Angaben der Behörden zu keiner Zeit.
Am Firmengelände von Abbelen in Vorst war die Feuerwehr mit vielen Kräften im Einsatz.

Am Firmengelände von Abbelen in Vorst war die Feuerwehr mit vielen Kräften im Einsatz.

Jungmann

Am Firmengelände von Abbelen in Vorst war die Feuerwehr mit vielen Kräften im Einsatz.

Vorst. Der Alarm ging am Ostermontag um 8.34 Uhr ein: Er war ausgelöst worden von der Brandmeldeanlage der Firma Abbelen an der Kempener Straße 22. Bald stand fest, dass kein Feuer gelöscht werden musste – Ammoniak war ausgetreten. Zum Vorster Löschzug kam zunächst der St. Töniser hinzu, später rückten Kräfte aus Willich und Kempen aus. Die Martinshörner waren im Kempener Süden deutlich zu hören. Das Erkundungsfahrzeug des Kreises Viersen war ebenso im Einsatz wie die stellvertretende Leiterin des Kreisveterinäramt, Dr. Beatrix Wiedeking, und das Ordnungsamt.

Ursache: Teile eines Ventilators hatten einen Froster beschädigt

Eine Gesundheitsgefahr für die Anwohner hatte zu keiner Zeit bestanden, wie die Verantwortlichen am Montagnachmittag bei einer kurzfristig angesetzten Pressekonferenz mitteilten. Bis zu 82 Feuerwehrleute waren im Einsatz gewesen. Wehrführer Rolf Peschken sprach von einem „großen Einsatz“. Hinzu kamen knapp zwei Dutzend Ehrenamtler des Deutschen Roten Kreuzes.

Mit Messgeräten hatten sich die Feuerwehrleute langsam bis zur Leckage vorgearbeitet. „Entdeckt wurde sie im Bereich eines der fünf Froster im Erdgeschoss“, erklärte Firmeninhaber Klaus Abbelen. Und er wusste auch schnell, wie es zu der Beschädigung gekommen ist: Teile eines defekten Ventilators hatten den Froster beschädigt. „So etwas ist bislang noch nicht vorgekommen“, sagte Abbelen am Montagnachmittag.

Für die „Außenwelt“ konnte die Feuerwehr schnell entwarnen

Geschäftsführer Clemens Louven und Betriebsleiter Achim Löwenstein waren am Vormittag schnell vor Ort. Auch sie rochen das Ammoniak, das das „Aroma eines Schweinestalls“ verströme. War das entwichene Kältemittel auch außerhalb des Firmengeländes messbar? Die Feuerwehr untersuchte dies und konnte schnell Entwarnung geben.

Abbelen muss einige Mengen des Fleisches vernichten

Im Gebäude selbst war die Ammoniak-Konzentration anfangs jedoch so hoch, dass die Feuerwehrleute zunächst zwingend Chemikalienschutzanzüge tragen mussten. Zur umweltverträglichen Reinigung der Anzüge war ein sogenannter Dekontaminations-Platz eingerichtet worden.

Ordnungsamtsleiter Wolfgang Schouten war am Montag um 11 Uhr informiert worden. „Die Lebensmittelüberwachung des Kreises Viersen, ein Fachingenieur, das Ordnungsamt sowie die Geschäftsleitung der Firma Abbelen arbeiten eng zusammen“, erklärte Schouten. „Wir wollen dabei nichts verheimlichen“, erklärte Michael Steeg, Pressesprecher der Tönisvorster Feuerwehr.

Zu entscheiden war unter anderem, ob beziehungsweise wie viel Fleisch von einem Spezialunternehmen vernichtet werden muss. „Wir werden eher zu viel als zu wenig entsorgen“, erklärte Abbelen. Eine gründliche Reinigung der betroffenen Betriebsräume begann so schnell wie möglich. Weitere Einzelheiten werden sich erst in den nächsten Tagen herausstellen.

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