Die meisten Fraktions-Chefs begrüßen die Idee, den Karnevalszug 2017 nachzuholen.

Kempen. Bei der Entscheidung über einen Nachholtermin für den Rosenmontagszug will die Stadtspitze die Politik einbinden. Wegen der anfallenden Kosten im „deutlich fünfstelligen Bereich“ (Hans Ferber) stand das Thema bereits  auf der Tagesordnung des Ältestenrates der Fraktionen. Die WZ hat bei den Politikern nachgefragt, was sie von der Idee halten, dass der Zug an Rosenmontag 2017 nachgeholt wird.

Der Kempener CDU-Fraktionsvorsitzende Wilfried Bogedain hält „persönlich sehr viel davon, den Rosenmontagszug 2017 durchzuführen“. Er habe zwar darüber mit seinen Fraktionskollegen noch nicht gesprochen, gehe aber davon aus, dass diese das genauso sehen. „Zum Brauchtum gehört in Kempen alle drei Jahre der Rosenmontagszug. Deshalb finde ich das Nachholen selbstverständlich“, so Bogedain. Die entstehenden Kosten sind für ihn überschaubar, weil sie geringer ausfallen würden. Denn es müsse dann beispielsweise keinen Rathaussturm und auch kein Zelt auf den Buttermarkt geben. Den Termin im nächsten Jahr hält Bogedain für besser als einen außerhalb der Karnevalszeit.

In der SPD-Fraktion hat man das Thema bereits diskutiert und steht einem Ersatzzug 2017 positiv gegenüber. „Das war wirklich sehr schade“, sagt SPD-Fraktionschef Andreas Gareißen über den Zug-Ausfall. Aber da es sich ja um einen absoluten Ausnahmefall handele, sollte die Stadt nun die zusätzlichen Kosten in Kauf nehmen. Wie bei anderen Veranstaltungen, die die Stadt unterstütze, müsse man auch an dieser Stelle den Marketing-Effekt sehen. „Grundsätzlich sind wir immer bemüht, zu sparen“, so Gareißen. Dies sei aber die falsche Stelle – zumal die vielen Vereine auch auf einigen Kosten sitzengeblieben seien.

Auch die FDP-Fraktionsvorsitzende Irene Wistuba ist für einen Nachholtermin am Rosenmontag 2017, denn die jetzige Fastenzeit sei dafür nicht so gut geeignet. Im Haushalt seien alle drei Jahre 15 000 Euro eingeplant, die für die Reinigung nach dem Zug ausgegeben würden. Diese Kosten habe man ja in diesem Jahr gespart, so Wistuba.

Udo Kadagies, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler Kempen (FWK), ist dem Karneval selbst sehr verbunden und hält es ebenfalls für eine gute Lösung, den Zug auf das nächste Jahr zu verlegen. „Das ist doch eine bequeme Situation. So müssen wir nicht auf einen Termin im Februar, März oder Mai ausweichen“, so Kadagies. Die Kosten dafür müsse man in Kauf nehmen. Das müsse der Stadt das Brauchtum wert sein – den Freien Wählern sei es das.

Mit seiner Fraktion habe er das Thema noch nicht beraten können, so der Grünen-Fraktionschef Joachim Straeten. „Der Kempener Karneval ist ein wichtiger Bestandteil des Brauchtums in der Stadt“, so Straeten, der den Einsatz und das Engagement der Kempener Narren herausstellt. Bei einer Entscheidung müssten viele Dinge beachtete werden, so zum Beispiel auch andere Finanzierungsmöglichkeiten, wie Versicherungen, die im Falle dieser „höheren Gewalt“ einspringen könnten oder auch Sponsoring. Nun gelte es eine Lösung zu finden, mit der alle gut leben könnten.

„Wir treten allen Vorschlägen offen gegenüber“ sagt Günter Solecki, Fraktionsvorsitzender der Partei Die Linke. Bevor seine Fraktion sich entscheide, wolle man die konkreten Vorschläge von Verwaltung und Karnevalisten hören.

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