Hildegard und Georg Mergler haben ihre Praxis in St. Hubert abgegeben. So ganz kann der Mediziner aber noch nicht vom Arztsein lassen.

Hildegard und Georg Mergler haben ihre Praxis in St. Hubert abgegeben. So ganz kann der Mediziner aber noch nicht vom Arztsein lassen.
Dr. Katrin Schürmanns ist 2015 in die Praxis von Dr. Georg Mergler eingestiegen, die sie nun übernommen hat. Archiv

Dr. Katrin Schürmanns ist 2015 in die Praxis von Dr. Georg Mergler eingestiegen, die sie nun übernommen hat. Archiv

Mit Orgel und Flöte geht es musikalisch zu bei Hildegard und Georg Mergler. Für dieses Hobby haben die beiden nun im Ruhestand mehr Zeit.

Lübke, Bild 1 von 2

Dr. Katrin Schürmanns ist 2015 in die Praxis von Dr. Georg Mergler eingestiegen, die sie nun übernommen hat. Archiv

St.Hubert/Hüls. Endlich wieder Herr über die eigene Zeit sein – darauf freut sich Dr. Georg Mergler. Der Mediziner hat zusammen mit seiner Frau Hildegard, die Ernährungswissenschaftlerin und Ernährungsberaterin ist, 36 Jahre lang eine Praxis in St. Hubert geführt. Nun sind beide mit Beginn des neuen Jahres in den „Ruhestand“ getreten.

Mergler kommt aus einem kleinen Dorf an der Mosel, lernte seine Frau, die aus Hüls stammt, beim Studium in Bonn kennen. Und so zog er mit ihr an den Niederrhein. Der Wechsel sei ihm aber nicht schwer gefallen, erinnert sich Mergler. Moselaner und Niederrheiner seien nicht ganz unähnlich. „Die Leute haben es mir leicht gemacht“, sagt der heute 69-Jährige. Neben seinem Beruf haben er und seine Frau auch durch die drei Kinder sowie Hobbys und Sport viele Kontakte geknüpft.

Medizin muss den Menschen als Ganzes im Blick haben

Der Mediziner hat in seinen mehr als 40 Berufsjahren viele verschiedene Fachrichtungen kennengelernt, viel technischen und wissenschaftlichen Fortschritt miterlebt. Nach wie vor sei es aber das Wichtigste in der Medizin, den Menschen als Ganzes in den Blick zu nehmen. Bei allem, was sich verändert habe, sei das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient das, was geblieben sei. Viele Jahre hat er als Dozent an der Uni Düsseldorf auch den Medizinernachwuchs unterrichtet. „Den jungen Studenten habe ich gesagt, dass sie aufpassen müssen, dass sie dem Vertrauen, das ihnen die Patienten entgegenbringen, auch gerecht werden“, so Mergler. Viele Briefe, Karten und nette Worte, die er zu seinem Abschied erfahren hat, haben ihm nun noch einmal gezeigt, wie dieses Vertrauen in den vergangenen Jahren bei seinen Patienten gewachsen ist.

Ruhig wird es im Ruhestand im Hause Mergler aber sicher nicht. So sorgen die drei Enkel – zwei leben in Ingolstadt, einer in St. Hubert – für Schwung. Der Niederrhein hat viel zu bieten, darum bleiben die Merglers der Region auch erhalten. Sie freuen sich schon, wieder mehr Zeit zu haben – zum Beispiel, um den Niederrhein mit dem Rad zu erkunden. Auch die kulturellen Angebote in der Region schätzt das Paar. Beide hören und machen gerne Musik. Hildegard Mergler spielt Flöte, Georg Mergler Klavier und Orgel. Ein neues Exemplar steht nun bei ihm zu Hause, aber auch in der Hülser Pfarrkirche spielt er regelmäßig das schöne alte Instrument zur Messe.

Eine Nachfolgerin für die St. Huberter Praxis hat Dr. Mergler gefunden. Dr. Katrin Schürmanns ist bereits 2015 mit eingestiegen und hat nun die Leitung übernommen.

Ganz kann Georg Mergler vom Arztsein aber auch nicht lassen. In der Notdienstpraxis des Kreises Viersen wird er noch einige Dienste übernehmen. Diese Anlaufstelle, in die man außerhalb der normalen Praxisöffnungszeiten mit akuten Problemen kommen kann, lobt Mergler, der bisher Obmann der niedergelassenen Kempener Ärzte war und als dieser die Dienstpläne für diesen Notdienst erstellt hat. Der Kreis Viersen habe da ein sehr gutes System, in dem die Hausärzte eine wichtige Säule seien.

Viele St. Huberter kennen Mergler aber nicht nur als Mediziner, sondern auch als Winzer, der das Weingut seiner Familie in Pünderich an der Mosel fortführt und in den vergangenen Jahren ausgebaut hat. Für Mergler ist es eine ganz andere Welt, dort zu sein und sich um die Reben zu kümmern. Dort kehrt er zurück zur Natur und zu den Ursprüngen seiner Familie. Im Jahr 2013 hat man den Betrieb auf ökologischen Weinbau umgestellt und damit will der Merglerwein nun punkten.

„Wir haben eine schöne Qualität im letzten Jahr“, freut sich Mergler. Riesling, Spätburgunder und Co. vom Mergler-Gut wird es am Niederrhein zu verkosten geben. Bei den Weinfesten in und um Kempen will er auf jeden Fall mit seinen Tropfen wieder dabei sein.

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