Trotz der Beschwerden von Anwohnern will die Verwaltung das neue St. Huberter Baugebiet so umsetzen wie bislang geplant.

Trotz der Beschwerden von Anwohnern will die Verwaltung das neue St. Huberter Baugebiet so umsetzen wie bislang geplant.
Die Anwohner der Straße „Auf dem Zanger“ fürchten durch das neue Wohngebiet zu viel Lärm und Verkehr.

Die Anwohner der Straße „Auf dem Zanger“ fürchten durch das neue Wohngebiet zu viel Lärm und Verkehr.

Kurt Lübke

Die Anwohner der Straße „Auf dem Zanger“ fürchten durch das neue Wohngebiet zu viel Lärm und Verkehr.

St. Hubert. Die Planungen für das Baugebiet Auf dem Zanger gehen in die nächste Runde. Am 23. April tagt der Ausschuss für Umwelt, Planung und Klimaschutz (UPK) und berät dann den Bebauungsplan, den der Rat am 16. Mai als Satzung beschließen soll. Es wird der erste politische Einsatz für den neuen Technischen Beigeordneten Marcus Beyer, der am 1. April die Nachfolge von Stephan Kahl angetreten hat.

Die Stadtverwaltung kommt zu dem Ergebnis, dass sich im Rahmen der öffentlichen Auslegung des Bebauungsplans keine neuen Aspekte für die städtebauliche Planung ergeben haben. Der Bebauungsplan bleibe unverändert, heißt es in der Vorlage für den Fachausschuss. Bürger, Ortsbauernschaft, Nabu und Kreis Viersen hatten noch einmal Stellungnahmen abgegeben. Die Themen seien im Wesentlichen aber bereits angesprochen worden. Alle Aspekte bei der Planung seien berücksichtigt und abgewogen worden und in die Begrünung eingeflossen, so die Stadt.

Anwohner haben bereits einen Anwalt eingeschaltet

Einige Anwohner der Straße Auf dem Zanger werden da aufhorchen. Denn unter anderem das Thema Lärm durch den Zufahrtsverkehr hatten die Anwohner schon in der Vergangenheit massiv kritisiert und auch schon einen Anwalt eingeschaltet (die WZ berichtete).

Doch die Stadt betont, dass es sich bei den bisher diskutierten Werten um Zielwerte für den Straßenverkehrslärm handelt, die in den einzelnen Baugebieten möglichst nicht überschritten werden sollten. „Sie sind ausdrücklich keine Grenz- oder Richtwerte; und sie definieren auch nicht die Grenzen des Zumutbaren, der erheblichen Belästigungen oder der schädlichen Umwelteinwirkungen. Hier liegt ein Missverständnis vor“, so die Verwaltung.

Diese Orientierungswerte können nicht überall im Plangebiet eingehalten werden. Dies betrifft insbesondere den Bereich der Anbindung des neuen Baugebietes über die Straße Auf dem Zanger an die Breite Straße. Dort sei mit rund 400 Fahrzeugbewegungen am Tag zu rechnen. Die Werte des errechneten Lärmpegels würden die Orientierungswerte für reine Wohngebiete deutlich, die für allgemeine Wohngebiete aber nur noch knapp überschritten. Mit der geplanten Aufweitung der Straße und der damit einhergehenden Verlagerung der Fahrbahnmitte verringere sich die Werte noch, womit die Orientierungswerte für allgemeine Wochengebiete eingehalten würden.

Verändertes Konzept aus Sicht der Stadt nicht vertretbar

Eine weitere Reduzierung der Lärmbeeinträchtigungen wäre nur mit einem völlig verändertem Erschließungskonzept zu erreichen. Das ist auch Sicht der Kempener Stadtverwaltung jedoch nicht vertretbar.

Das neue Baugebiet am Pielenhof soll über die Straße Auf dem Zanger an zwei Stellen an das Hauptstraßennetz angebunden werden. Zur Entlastung während der Bauphase ist der Ausbau einer Baustraße über die westlich angrenzende Ackerparzelle vorgesehen, die den Großteil des Baustellenverkehrs aufnehmen wird. Alternativen zur Erschließung wurden geprüft und verworfen, weil sie angeblich mehr Nach- als Vorteile bringen, und lediglich zu einer Verlagerung der Lärmproblematik führen.

Die Sitzung findet am 23. April ab 18 Uhr im Ratssaal im Rathaus am Buttermarkt statt. Weitere Informationen zur Ausschussvorlage:

kempen.de

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