Auf einem 50 Jahre alten Moped fuhr der Vinkrater Matthias Dückers bis Norditalien.

wza_1042x1500_734775.jpeg
Matthias Dückers zeigt im heimischen Garten in Vinkrath seine Kreidler.

Matthias Dückers zeigt im heimischen Garten in Vinkrath seine Kreidler.

Kurt Lübke

Matthias Dückers zeigt im heimischen Garten in Vinkrath seine Kreidler.

Vinkrath/Gardasee. Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen- ganz sicher, wenn die Reise mit einem 50 Jahre alten Moped absolviert wird. Matthias Dückers (66) aus Vinkrath, "Matti" genannt, hat sich im Rentenalter einen Jugendtraum erfüllt: Er ist mit einer Kreidler Florett vom Niederrhein zum Gardasee im Norden Italiens gefahren. Hin und zurück hat er mit seinem Zweirad 2500Kilometer absolviert.

Autobahnen durfte Dückers nicht benutzen, denn die K54 aus dem Jahr 1960 (49 Kubikzentimeter, 3,6PS) bringt es nur auf eine Höchstgeschwindigkeit von 65km/h. Der Spritverbrauch für die gesamte Distanz: 68Liter. Bis auf ein Teilstück von 390 Kilometern ist der Vinkrather die Strecke allein gefahren.

Als Dückers (verheiratet, zwei Kinder) in Garmisch-Partenkirchen einfuhr und das Panorama der Berge mit der alles überragenden Zugspitze (2962Meter) sah, da fürchtete er, dass sein Moped-Oldie die Alpen nicht schaffen würde. Deshalb ließ er einen Teil des Gepäcks zurück und holte es auf dem Rückweg wieder da.

Nur ein technisches Problem auf der ganzen Reise

Doch die Befürchtung war umsonst: Trotz strömenden Regens schafften Fahrer und Gefährt fast mühelos die Alpenüberquerung über die alte Brenner-Passstraße. Apropos Zuverlässigkeit: Auf der ganzen Reise gab es nur ein technisches Problem. Bei starkem Regen hatte der Luftfilter des Mopeds Wasser angesaugt, sodass ein kurzer "Boxenstop" erforderlich wurde.

Erst im vergangenen Jahr hatte Dückers die Kreidler gekauft und komplett in Eigenregie restauriert. Ein baugleiches Modell hatte der gebürtige Schlibecker 1964 seinem Bruder gegeben. Damit war er auch schon zum Gardasee gefahren, doch wurde die Maschine später in Krefeld gestohlen und tauchte nie mehr auf.

Zwei Tage hielt sich der pensionierte Installateur-Meister am Gardasee auf und traf dort andere Kreidler-Fahrer, was natürlich Fachsimpelei zur Folge hatte. "Ich habe unvergessliche Eindrücke sammeln können", sagte "Matti" Dückers der WZ, als er nach acht Tagen zurück in Vinkrath war.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer