Unter dem Dach der Moerschen-Gruppe agieren in Anrath vier Unternehmen – geführt von Norbert Moerschen.

Unter dem Dach der Moerschen-Gruppe agieren in Anrath vier Unternehmen – geführt von Norbert Moerschen.
Norbert Moerschen (M.) vertritt die vierte Generation. Neben ihm stehen Sven Brookshaw (l.), Mitgeschäftsführer Mobile Aufbereitung, und Betriebsleiter Jörg Deckers.

Norbert Moerschen (M.) vertritt die vierte Generation. Neben ihm stehen Sven Brookshaw (l.), Mitgeschäftsführer Mobile Aufbereitung, und Betriebsleiter Jörg Deckers.

Moerschen

Norbert Moerschen (M.) vertritt die vierte Generation. Neben ihm stehen Sven Brookshaw (l.), Mitgeschäftsführer Mobile Aufbereitung, und Betriebsleiter Jörg Deckers.

Anrath. Wer ein Beispiel für die Arbeit der Moerschen-Gruppe sucht, könnte sich ins Auto setzen und auf der Autobahn 57 von Krefeld aus Richtung Neuss fahren. An dem Baggersee auf der rechten Seite läuft ein großes Förderband aus Anrath.

Individueller Anlagenbau ist die bekannteste Sparte der Gruppe

Die im Jahre 1842 gegründete und mittlerweile in der vierten Generation familiengeführte Moerschen GmbH unter der Leitung von Norbert Moerschen, einem gelernten Schlossermeister, beschäftigt sich mit individuellem stationärem Anlagenbau, Service und Reparaturarbeiten für die Sand-, Kies-, Schotter- und Recyclingindustrie. Doch das ist nur ein Teilbereich unter dem Moerschen-Dach, wenngleich der bekannteste und traditionsreichste. Deswegen spricht man auch von der Keimzelle.

Die Gruppe hat sich in jüngster Zeit neu ausgerichtet. Weitere Kernbereiche wurden als Gesellschaften in ihrer Eigenständigkeit gestärkt. Insgesamt sind es nun vier Unternehmen, allesamt auf dem Anrather Areal an der Lerchenfeldstraße ansässig.

Darunter befindet sich die Moerschen Mobile Aufbereitung GmbH, am 1. Januar neu gegründet. Der Ableger beschäftigt sich mit Verkauf und Vermietung von mobilen Siebmaschinen, Brechern und Förderbändern für die mineralische Rohstoff- und Recyclingindustrie. Sie agiert als Werksvertretung für die Marken TEREX Finlay, TEREX MPS und SBM Mineral Processing. Zudem entstehen eigene Produkte.

Eine Besonderheit hier: Neben Norbert Moerschen (51), ansonsten in allen anderen Unternehmen alleiniger Gesellschafter und Geschäftsführer, gibt es mit Sven Brookshaw einen weiteren Chef. Der 36-jährige Meerbuscher kam vor einigen Jahren zu Moerschen und baute diesen Bereich auf, der nun ausgegliedert wurde.

Das Vertriebsgebiet liegt in einem Radius von etwa 250 Kilometern. Wer für sein „Förderprojekt“ nicht direkt kaufen möchte oder muss, kann mobile Anlagen mieten – 15 Exemplare der Kolosse (per Fernbedienung steuerbar) stehen dafür bereit.

Weitere Unternehmenszweige sind die Moerschen Elektrotechnik GmbH, Anfang 2017 neu gegründet, sowie die NEC New Energy International GmbH, die nur wenige Monate später gestartet ist. Dabei realisiert der Bereich Elektrotechnik mit Betriebsleiter Jörg Deckers die Herstellung von Steuerungssystemen für die verschiedenen Maschinen und Anlagen für Industrie und Gewerbe. Die Installationen, Wartung und Instandhaltungen reichen von Elektroanlagen im Hochbau für Privatkunden und Bauträger bis hin zu modernen LED-Lichtsystemen in Schulen, Verwaltungen, und Ladengeschäften.

In diesem Zusammenhang plant und entwickelt die NEC unter der Regie von Deckers und Projektleiter Gunnar Walter Beleuchtungssysteme für öffentliche Auftraggeber sowie im großen Umfang für Warenhäuser und Industriekunden. Durch die eigene Produktion der LED-Chips und -Leuchten bildet das Unternehmen nach eigenen Angaben den gesamten Bereich der LED-Beleuchtung ab.

Moerschen ist in den vergangenen Jahren also stark gewachsen, und das auch personell. Beschäftigte man 2005 noch zehn Mitarbeiter, sind es heute 85. Die Unternehmen der Gruppe bilden selbst aus und suchen auch immer wieder Fachkräfte. Vermutlich im kommenden Jahr steigt zudem Sohn Johann Moerschen, also die fünfte Generation, ins Geschäft ein.

Mit der starken Vergrößerung verbunden war der Weggang vom damaligen Standort in Vorst, der Heimat von Norbert Moerschen. „Wir mussten damals nach Anrath ausweichen, weil wir in Tönisvorst nicht expandieren konnten“, sagt er. Im Willicher Stadtteil verfügt die Gruppe nun über rund 2500 Quadratmeter Werkstattfläche. Hinzu kommen noch etwa 600 Quadratmeter für die Büro- und Aufenthaltsräume.

So mancher in der Tönisvorster Verwaltung dürfte den entgangenen Gewerbesteuern bis heute Tränen nachweinen. Der gruppenweite Umsatz liegt nämlich bei rund 18 Millionen Euro.

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