Stadt und Pädagogen arbeiten an der Realisierung – ein spannender Prozess für die Leitung der Realschule.

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Dieser frisch renovierte Klassenraum an der Fröbelstraße 4 wurde am Montag bereits geputzt. Am Samstag ist in der neuen Gesamtschule Tag der offenen Tür.

Dieser frisch renovierte Klassenraum an der Fröbelstraße 4 wurde am Montag bereits geputzt. Am Samstag ist in der neuen Gesamtschule Tag der offenen Tür.

Friedhelm Reimann

Dieser frisch renovierte Klassenraum an der Fröbelstraße 4 wurde am Montag bereits geputzt. Am Samstag ist in der neuen Gesamtschule Tag der offenen Tür.

Kempen. „Unsere Realschule wird zur Gesamtschule“, so sehen laut Schulleiter Uwe Hötter Kinder und Eltern die Veränderung, die nach den Sommerferien auf die Schule an der Pestalozzistraße zukommen. Denn die Erich Kästner Realschule nimmt keine Anmeldungen mehr entgegen, sondern läuft in den nächsten Jahren aus – wie auch die benachbarte Hauptschule.

Dagegen wünscht sich die Stadt Kempen für die neue Gesamtschule möglichst viele Fünftklässler. Doch das Ende der einen und der Beginn der anderen Schulform bedürfen vieler Überlegungen. Darüber sprach unsere Redaktion mit Hötter und seinem Stellvertreter Christoph Feldmann.

„Das ist ein intensiver Prozess“, sagt Hötter. „Maßgeblich werden in der Konzeptgruppe Planungsgrundlagen geschaffen.“ Mit zwölf Lehrern, einem Rektor und dessen Stellvertreter sowie sechs Klassen soll die Gesamtschule an den Start gehen. Unter den Pädagogen werden laut Stadt welche von der Real- und Hauptschule sowie „neue“ Gesamtschullehrer sein.

Intensives Basteln an den neuen Stundenplänen

Da die Kräfte der Realschule zu Beginn an beiden Schulen unterrichten werden, wird Feldmann intensiv an den Stundenplänen basteln müssen. Weite Wege muss er nicht einrechnen, da die Gesamtschule Klassenräume an der Fröbelstraße 4, einer früheren Hauptschul-Dependance, bezieht.

Dafür muss er aber die unterschiedliche Länge der Schulstunden beachten. An der Realschule werden Doppelstunden gegeben und an der Hauptschule dauert eine Unterrichtsstunde 60 Minuten. „Ich denke, dass zunächst mit 45 Minuten pro Stunde begonnen wird. Wie es dann weitergeht, muss die neue Leitung entscheiden“, sagt Hötter. Die, so der 57-Jährige weiter, für ihn eine „interessante Herausforderung“ sei. Er wolle sich aber zu seinen persönlichen Ambitionen nicht äußern.

Bläserklasse kann künftig nicht mehr angeboten werden

Am Mittwoch um 19 Uhr gibt es einen Info-Abend für Eltern in der Aula der Erich Kästner Realschule, Pestalozzistraße 3-5.

Bei einem Tag der offenen Tür will die Stadt dann das renovierte Gebäude an der Fröbelstraße 4 präsentieren. Termin: Samstag, 18. Januar, ab 10 Uhr. Zudem werden die Fachräume der Realschule sowie Mensa und Ganztagsbereich der Martin-Schule, Am Gymnasium 2, gezeigt. Als Ansprechpartner sind Lehrer und Schüler aus Real- und Hauptschule vor Ort.

Für die Gesamtschule können Kinder vom 10. bis 15. Februar in der Realschule angemeldet werden.

Damit die Bezirksregierung die Gesamtschule genehmigt, müssen mindestens 100 Kinder angemeldet werden. Für das kommende Schuljahr werden etwa 300 Kinder an weiterführenden Schulen angemeldet. Für die Gesamtschule rechnet die Stadt mit 150 Anmeldungen.

Die Stadt hat einen Flyer mit allen Infos zusammengestellt und an die Eltern verteilt. Im Schulamt ist Sebastian Kirchwehm Ansprechpartner für Eltern: Tel. 02152/917 378.

Es ist geplant, dass die Naturwissenschafts-, Technik und Hauswirtschaftsräume von beiden Schulen genutzt werden. Und nach einem Jahr werden die ersten Gesamtschüler dann als Sechstklässler den Anbau der Realschule nutzen.

Beide Lehrer hoffen, dass viele Projekte der Real- auch an der Gesamtschule weitergeführt werden können. Dazu zählten unter anderem das soziale Lernen, die Arbeit mit Beratungslehrern, das Selbstlernzentrum, die Berufswahlvorbereitung sowie der Soziale Tag, an dem Schüler für den guten Zweck arbeiten.

Manche Dinge dagegen könnten nicht mehr in der Form angeboten werden wie bisher, da dies für Gesamtschulen nicht vorgesehen sei. Wie beispielsweise die Bläserklasse. „Doch das kann man mit Arbeitsgemeinschaften auffangen“, sagt Direktor Uwe Hötter. Auch die integrative Lerngruppe, die es seit zwei Jahren an der Realschule gibt, ist für eine Gesamtschule nicht vorgesehen. „Da gibt es andere Möglichkeiten“, so der Schulleiter. Die neue Schule sollte eine „Schule der Vielfalt“ werden. Dazu zähle unter anderem Barrierefreiheit. Hötter: „Da kommt noch viel auf die Stadt zu.“

Doch bei allen Gedanken an das Neue soll die Erich Kästner Realschule kein Auslaufmodell sein. „Wir wollen die Qualität für die derzeit 900 Schüler halten“, betont der Schulleiter – bis zum Ende.

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