Politiker befassen sich mit einer Sperrung des Marktplatzes für den Autoverkehr.

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Zumindest die Parkplätze vor Stinges sollen auf Wunsch von Hubert Peuker verschwinden.

Zumindest die Parkplätze vor Stinges sollen auf Wunsch von Hubert Peuker verschwinden.

Kurt Lübke

Zumindest die Parkplätze vor Stinges sollen auf Wunsch von Hubert Peuker verschwinden.

St. Hubert. Einen attraktiven Platz zum Verweilen – den wünscht sich Hubert Peuker für die Mitte St. Huberts. Seit einigen Monaten wirbt er mit verschiedenen Mitstreitern dafür, die Autos vom Marktplatz zu verbannen. Statt der Parkplätze soll es dort ein Plätzchen für Außengastronomie, ein paar Blumenkübel und Bänke geben.

„Mit wenig Aufwand könnte ein attraktiver Ortsmittelpunkt für die St. Huberter geschaffen werden“, schreibt Peuker in einem Brief an Bürgermeister Volker Rübo und die Fraktionen des Stadtrates. Er fordert die Verwaltung auf, die Auto-Stellplätze auf dem Marktplatz aufzugeben. Alternativ soll zumindest ein Teil der Parkplätze – zum Beispiel vor der Bäckerei Stinges – abgeschafft werden. Durch einen attraktiveren Marktplatz könne man auch dem Geschäftssterben im Dorf entgegenwirken.

CDU und SPD stehen den Ideen von Peuker skeptisch gegenüber

Bei den Politikern stoßen die Ideen Peukers aber auf wenig Gegenliebe. „Das Engagement von Herrn Peuker für St. Hubert ist lobenswert“, sagt CDU-Fraktionsvorsitzender Wilfried Bogedain. „Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass die Aufgabe der Parkplätze die Attraktivität des Ortes steigert. Das ist Wunschdenken.“ Die Schließung einiger Geschäfte in den vergangenen Monaten hänge nicht damit zusammen, dass es auf dem Marktplatz kein gastronomisches Angebot gibt, sagt Bogedain, der selbst in St. Hubert lebt.

So sieht es auch Andreas Gareißen, der Fraktionsvorsitzende der SPD: „Das Hauptproblem der Geschäfte ist, dass viele St. Huberter dort nicht mehr einkaufen. Sondern zum Beispiel alle Besorgungen in Kempen erledigen.“ Gastronomie auf dem Marktplatz könne daran nichts ändern. „Ich befürchte, dass man in St. Hubert keinen kleinen Buttermarkt installieren kann“, sagt Gareißen.

FDP: Meinung der Geschäftsleute steht im Vordergrund

Die FDP hat sich bereits vor einigen Wochen gegen die Abschaffung der Parkplätze ausgesprochen. Im Gespräch mit der WZ unterstrich der stellvertretende Fraktionschef Jens Grundei am Freitag diese Meinung: „Die umliegenden Geschäfte sind auf die Parkplätze angewiesen. Die Kunden möchten möglichst nah an den Läden parken.“ Die Meinung der Händler sollte bei der Diskussion im Vordergrund stehen. „Sollte man Kompromisse mit den Geschäftsleuten finden können, wird sich die FDP diesen Lösungen nicht verschließen“, ergänzt Grundei.

Grüne sehen Peuker-Vorschlag als guten Denkanstoß

Der Vorsitzende des Heimatvereins machte am Freitag gegenüber der WZ deutlich, dass der Verein keine Stellung zum Thema bezieht. Seine persönliche Meinung brachte er aber zum Ausdruck: „Ich unterstütze die Vorschläge von Herrn Peuker. Ein Platz zum Verweilen würde St. Hubert gut tun.“ Das Argument, dass die Einzelhändler durch den Wegfall von Parkplätzen Kunden verlieren könnten, lässt Güldenbog nicht gelten: „Es gibt im Ort genügend Parkmöglichkeiten – zum Beispiel auf dem Kirchplatz. Den meisten Kunden ist zuzumuten, ein paar Meter mehr zu laufen.“

Der CDU-Ratsherr und Vorsitzende des St. Huberter Werberinges hat bereits im August 2011 im WZ-Interview erklärt, dass er die Parkplätze für „unverzichtbar“ für den Einzelhandel hält. „Daran hat sich auch nichts geändert“, sagte Smeets am Freitag zur WZ. Das Thema soll aber bei der Mitgliederversammlung des Werberinges im März diskutiert werden.

Ergebnisoffen wollen die Grünen in die Diskussion um den St. Huberter Marktplatz gehen. „Einen attraktiven Ortsmittelpunkt als Treff für Alt und Jung zu gestalten, halten wir für unterstützungswürdig“, sagt der neue Fraktionschef Achim Straeten. „Wir halten sehr viel davon, diesen Bürgerantrag als Denkanstoß zu nehmen und sich über das Für und Wider einer Nutzungsmöglichkeit des Marktplatzes ergebnisoffen auseinanderzusetzen.“

FWK können sich mit Teil-Sperrung anfreunden

Unterstützung bekommt Hubert Peuker von der Fraktion der Freien Wähler Kempen (FWK). „Mit einer Teilsperrung des Marktplatzes für Autos könnte ich mich anfreunden“, sagt Fraktionsvorsitzender Udo Kadagies. Allerdings wolle er der politischen Diskussion der kommenden Wochen nicht vorgreifen. Die FWK befassen sich bereits seit Herbst mit der Belebung des St. Huberter Ortskerns. „Wir haben ja schon beantragt, dass die Konzepte für den St. Huberter Ortskern überarbeitet werden müssen.“ Dazu gehöre auch eine Neugestaltung des Marktplatzes.

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