Für die Komödie „Fettes Schwein“ gab es tosenden Applaus in der Werner-Jaeger-Halle. Martin Lindow beeindruckte als Tom. Allerdings hatte das Stück einige Mängel.

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Martin Lindow als Tom und Katrin Filzen als Helen waren zum Abschluss der Abonnement-Reihe 1 in der Werner-Jaeger-Halle zu sehen. Sie beeindruckten in der Komödie „Fettes Schwein“ von Neil LaBute.

Martin Lindow als Tom und Katrin Filzen als Helen waren zum Abschluss der Abonnement-Reihe 1 in der Werner-Jaeger-Halle zu sehen. Sie beeindruckten in der Komödie „Fettes Schwein“ von Neil LaBute.

Martin Lindow als Tom und Katrin Filzen als Helen waren zum Abschluss der Abonnement-Reihe 1 in der Werner-Jaeger-Halle zu sehen. Sie beeindruckten in der Komödie „Fettes Schwein“ von Neil LaBute.

Lobberich. Dicke Frau liebt dünnen Mann, dünner Mann liebt dicke Frau: Stoff genug für die Komödie "Fettes Schwein", für die es am Samstagabend in der Werner-Jaeger-Halle tosenden Applaus gab. Den hatten sich die Darsteller redlich verdient, allen voran Martin Lindow. Die gute schauspielerische Leistung machte einige Mängel des Stückes mehr als wett.

Überzeugend klang es nicht, als der schlanke Tom seiner dicken Helen gestand: "Ich liebe dich total, aber diese ganze Scheiße, mit der einen die Leute bewerfen..." Und womit bewarfen ihn die Leute? Mit drastischen Worten verspottete ihn die durchgeknallte Kollegin Jeannie. Der durchtriebene Kollege Carter warnte: "Die Leute fühlen sich unwohl, wenn jemand anders ist."

Helen war eben anders: ein "fettes Schwein". Unwohl indes, fühlte sich auch Tom: "Es ist doch alles so kompliziert, das ganze Leben." Tom, von Lindow klasse gespielt, war ein Zweifler, letztlich zu sehr verstrickt in die Normen des Normalen. Passend das Bühnenbild, von dicken Stricken durchzogen, mal quer gespannt, mal hoch, mal überkreuzt- eine nette Idee.

Weniger nett das vulgäre Gehampel: Griffe in die Genitalien und Abgleiten in die Gossensprache produzierten zunächst Lacher, ließen aber Kopfschütteln zurück. Schlichtweg unnötig. Zudem wurde alles bemüht, was zum Thema passte: Körperkult, Fitnesswahn, Vorurteile, dazu überlaute sphärische New-Age-Klänge - zuviel des Guten.

Die komödiantischen Elemente lagen klar in der überzogenen Darstellung. Etwa wenn Helen mampfte oder Jeannie kreischte. Das wirklich Komische, das sich letztlich als tragisch erwies, lag in den wenigen leisen Momenten.

Die Komödie "Fettes Schwein" von Neil LaBute ist eine Ko-Produktion des Theaters im Rathaus Essen und des Euro-Studios Landgraf. Rund 450 Besucher sahen die letzte Aufführung der Abo-Reihe 1 in der Lobbericher Werner-Jaeger-Halle.

Martin Lindow als Tom, Katrin Filzen als Helen sowie Ragna Guderian und Benjamin Kernen als Toms Kollegen.

Details zum Kulturangebot: Nette-Agentur, Doerkesplatz 3, Telefon: 02153/958816.

Als Helen beim Essen zugab: "Für dich würde ich mich ändern.Als Tom scheinbar zum Monolog ansetze - und nur kurz aufstöhnte. Oder als Helen die "komische Stimmung" zwischen sich und Tom spürte - und beide schier endlos lang schwiegen: Liebt der dünne Mann die dicke Frau wirklich?

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