Beim Hoffest auf Gut Heimendahl gab es am Wochenende viel zu sehen und zu erleben. Die Gäste hatten ihren Spaß.

Beim Hoffest auf Gut Heimendahl gab es am Wochenende viel zu sehen und zu erleben. Die Gäste hatten ihren Spaß.
Schafscherer Tom zeigt den interessierten Zuschauern, wie schnell ein Schaf seine dicke Wolle los werden kann.

Schafscherer Tom zeigt den interessierten Zuschauern, wie schnell ein Schaf seine dicke Wolle los werden kann.

Kein Regen, nicht zu warm: Das waren gute Voraussetzungen für das Hoffest auf Gut Heimendahl, denn viele Gäste kamen.

Bild 1 von 2

Schafscherer Tom zeigt den interessierten Zuschauern, wie schnell ein Schaf seine dicke Wolle los werden kann.

Kempen. „Das Wetter ist schön, die Besucher sind alle gelassen“, freute sich Hannes Heimendahl am Samstag, wohl wissend, dass es am Sonntag lange nicht so sonnig sein würde. Dass das Hoffest auf so große Resonanz stieß, dürfte ihn nicht wirklich überrascht haben. Das Leben auf einem Bauernhof kennenzulernen ist die eine Sache. Auf Gut Heimendahl gibt es aber zusätzlich noch weitere Attraktionen wie die uralten Bäume und die höchst seltenen Schafsrassen.

Etwa 100 Stände boten viele Abwechslung

Knapp 100 Stände beziehungsweise Attraktionen boten Unterhaltung für Stunden. Technikfreaks mit einem Hang zur Nostalgie zog es zu der Wiese mit den Oldtimer-Traktoren. Johann Bikowski aus Grefrath war mit seinem 52 Jahre alten John Deere vorgefahren. Für ihn ist ein Lanz Bulldog mit seinen zehn bis zwölf Litern Hubraum das Maß der Dinge – die entsprechenden Objekte der Begierde standen da in Sichtweite und genossen große Bewunderung, fast schon Verehrung. Johannes Thodam, Vorsitzender der Schlepperfreunde Hinsbeck, vertraut seinem grauen Eicher-Traktor von 1956. „Mit ihm werde ich im nächsten Jahr nach Santiago de Compostella fahren“, verriet er interessierten Hofbesuchern.

Rund 30 Meter entfernt zielte der dreijährige Jona aus Hüls mit einer Armbrust auf eine Burg-Kulisse. Daneben hatte Petr aus Prag einen schweißtreibenden Job: Er setzte den Nachbau eines nostalgischen Karussells mit Muskelkraft in Bewegung. Auch ein anstrengender Job: Bernd Ungermanns aus Willich hatte sein knapp vier Meter langes Alphorn mitgebracht. Mit Lederhose und schafwollenen Socken musizierte er sehr zur Freude der Besucher und übertönte die blökenden Schafe.

Die waren so aufgeregt, weil Thomas Müller als Rheinland-Pfalz-Meister und Erich Weckwerth als Rheinland-Meister im Schafscheren im Akkord arbeiteten. „Wir können ein Tier in 120 Sekunden scheren, ohne es zu verletzen“, erklärte Müller. Dabei müsse jeder Handgriff sitzen.

Unter einer mächtigen Linde präsentierte Falkner Mario Scholz aus Frechen seine Amerikanischen Wüstenbussarde und andere Tiere wie den Uhu, der es bei einem Gewicht von knapp drei Kilogramm auf eine Spannweite von 1,80 Meter bringt. Publikumsliebling war Perseus, ein einheimischer, vier Jahre alter Steinkauz. „Bitte ohne Blitzlicht fotografieren“, sagte der Falkner und fügte hinzu: „Das ist schlecht für die Augen des Tieres.“

Thomas Hüsges mit seinen „Nightbirds“ unterhielten als Coverband die Besucher, die einfach nur in der Sonne saßen und es sich gut gehen ließen, Bernd Jakowski warb für täuschend echt aussehenden Kunstrasen, Kinder hatten ihren Spaß auf der Hüpfburg in der Form eines Johanniter-Rettungsfahrzeugs.

Echt waren das majestätische Rolls-Royce-Coupé und die Design-Ikone Jaguar E. Die Heimendahlschen Reitschüler zeigten eine Kostprobe ihres Könnens. Hannes Heimendahl (42) weiß, dass Nachmittagsunterricht und Abitur in acht Jahren es den jungen Leuten schwermachen, Zeit in Hobbys wie das Reiten zu investieren.

Immerhin hat die Hofküche nichts von ihrer Beliebtheit eingebüßt. „Das Suppe essen am Samstag gibt es jetzt seit 30 Jahren – wir werden uns bis Weihnachten regelmäßig etwas einfallen lassen“, kündigte Hannes von Heimendahl an.

Leserkommentare (1)


() Registrierte Nutzer