Die Mitglieder des Kempener Segel-Surf-Clubs trainieren Chen Tao Wushu. Als Ergänzung zum Segelsport.

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Miguel-Leandro (l.) konzentriert sich beim Chen-Tao-Wushu-Training auf seinen Körper.

Miguel-Leandro (l.) konzentriert sich beim Chen-Tao-Wushu-Training auf seinen Körper.

Anke Blum

Miguel-Leandro (l.) konzentriert sich beim Chen-Tao-Wushu-Training auf seinen Körper.

St.Hubert. Pfeilschnell bewegt sich die Faust des Gegners nach vorne– mit einer Ausweichbewegung reagiert sein Gegenüber prompt, blockt den Schlag und hat den Angreifer im Griff. Bewegungsabläufe, so genannte Prinzipien, sind in der asiatischen Sportart Chen Tao Wushu (CTW) spektakulär anzusehen. Hierbei handelt es sich um eine Mischung von Kampfstilen mit dem Ziel des körperlichen und seelischen Ausgleichs.

„Kampfsport ist ein Ausgleich zum Segeln.“

In der kleinen Turnhalle der Grundschule trainiert die Kampfkunstgruppe des Segel-Surf-Club Kempen (SSCK) regelmäßig. Welche Verbindung zwischen Kampfkunst und Segeln besteht, weiß SSCK-Vize-Präsident und CTW-Trainer Werner Huppertz: „Es ist ein Ausgleichsport, denn beim Segeln wird der Körper einseitig belastet.“

Komplexe Choreographien mit Anspannung und Schnelligkeit

„Es ist ideal, um seinen Körper fit zu halten“, erklärt der 20-jährige Benjamin, der seit 2004 CTW betreibt. Er reiht sich ein in 25Teilnehmer, die Einzeltechniken und Partnerübungen absolvieren. Mit Anspannung, Kraft und Schnelligkeit vollziehen die Sportler komplexe Choreographien– die schweißtreibend sind.

„Es ist wichtig, dass es nicht um das Trainieren von Schlägereien, sondern um den Umgang mit Konflikten geht“, so Huppertz. Deshalb sei das Training für Kinder interressant. „Jetzt kann mich keiner mehr ärgern“, sagt Miguel-Leandro. Beim Training weicht der Zehnjährige gekonnt den Angriffen seines Gegners Marvin aus. Prüferin und Trainerin Margot Olislagers vom befreundeten Verein Kwoon-Kerken-Geldern zeigt Miguel-Leandro, wie er sich besser bewegen kann.

Dschingis Khan soll ein Vorfahre des Kampfkunst-Stifters sein

Chen Tao Wushu geht auf den mongolischen Kampfkunstexperten Sifu Tze zurück, übersetzt „Kleiner Lehrer“. Um ihn ranken sich Legenden. Beispielsweise soll Dschingis Khan zu den Vorfahren gehört haben.

Natürlich möchten Miguel-Leandro und seine Freunde auch einmal „Meister“ werden, doch bis dahin ist es ein langer Weg. Huppertz: „Es geht um ein Verständnis des Ganzen, um kontinuierliches Training und um den Weg der goldenen Mitte, wie die Chinesen das Gleichgewicht von Yin und Yan nennen.

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