Das Thema „Seniorenspiegel“ wurde im Kolpinghaus heftig diskutiert.

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Vorsitzender Jörgen Helfenritter (l.) und Dick van Rijn lieferten sich förmlich ein Duell ums Mikrofon.

Vorsitzender Jörgen Helfenritter (l.) und Dick van Rijn lieferten sich förmlich ein Duell ums Mikrofon.

Ulrike Gerards

Vorsitzender Jörgen Helfenritter (l.) und Dick van Rijn lieferten sich förmlich ein Duell ums Mikrofon.

Kempen. Es rumort in der Senioren-Initiative (SI): Bei der Versammlung am Mittwoch im Kolpinghaus vor 222 Mitgliedern kam es bereits bei der Vorstellung der Tagesordnung zum Eklat. Hintergrund war der Streit um die Zeitung „Seniorenspiegel“. Der Vorstand wollte eine Erklärung dazu abgeben.

Das war den Redaktionsmitgliedern des „Seniorenspiegels“, darunter der ehemalige Leiter Dick van Rijn, nicht genug. Redaktionsmitglied Hermann Dreschmann beantragte, dass die Versammlung darüber entscheiden solle, ob der Vorstand richtig gehandelt habe, als er rechtliche Schritte gegen van Rijn eingeleitet hat.

Zur 100. Ausgabe des „Seniorenspiegels“ hatte der SI-Vorstand beschlossen, nur eine gekürzte Fassung zu veröffentlichen. Der Vorsitzende Jörgen Helfenritter hatte die Redaktion gebeten, drei inhaltliche Punkte zu ändern.

Das sei nicht geschehen. Stattdessen erschien die ursprüngliche Version im Internet mit dem Vermerk „Zensur“. Das habe der Vorstand juristisch prüfen lassen. Dreschmanns Antrag über eine Abstimmung wurde abgelehnt.

Der ehemalige Vorsitzende Gerd Mueser forderte, die „Störmanöver“ zu unterlassen. Doch schon nach dem Jahresbericht von Helfenritter ging es weiter: SI-Mitglied Manfred Selbmann nannte es „ungeheuer und beschämend“, dass in dem Bericht die ehemalige Leiterin der Begegnungsstätte, Marion Keuck-Göris, nicht erwähnt wurde.

„Frau Keuck-Göris ist nicht aus Krankheitsgründen ausgeschieden, sondern betriebsbedingt gekündigt worden“, so Selbmann. Man habe ihr zugesagt, dass die Stelle nicht wieder besetzt werden würde. Das sei dann aber doch geschehen. Selbmann: „So kann man mit Menschen nicht umgehen.“

Auch hier schaltete sich Gerd Mueser ein: „So ist es nicht abgelaufen.“ Keuck-Göris sei auf ihren Wunsch im kleinen Kreis verabschiedet worden.

Als die Erklärung des Vorstandes zum „Seniorenspiegel“ an der Reihe war und Dick van Rijn Stellung nehmen wollte, merkte er schnell, dass die Stimmung im Saal nicht für ihn sprach. „Es nervt“, schallte es ihm entgegen. Auch als er sich für das Amt des zweiten stellvertretenden Vorsitzenden vorstellte, wurde unterbrochen.

Der Vorstand kann sich der Zustimmung der Mehrheit der Mitglieder trotz allem bewusst sein: Vorstandskandidat Jakob Küppers wurde mit 170 der 215 abgegebenen Stimmen zum zweiten stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Van Rijn erhielt 27 Stimmen. Erste Stellvertreterin wurde Irene Wistuba mit 183 Stimmen.

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