Die Lager in den Fachgeschäften sind leer. Auch bei Holzschlitten kommt es zu Engpässen – es gibt keine Kufen mehr.

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Die Kempenerin Ute Sauerland ist eine der glücklichen Menschen, die in diesen Tagen einen Schneeschieber haben.

Die Kempenerin Ute Sauerland ist eine der glücklichen Menschen, die in diesen Tagen einen Schneeschieber haben.

Die Kempenerin Ute Sauerland ist eine der glücklichen Menschen, die in diesen Tagen einen Schneeschieber haben.

Kempen/Grefrath/Nettetal. Schnee an allen Ecken und Enden: Anwohner müssen die Bürgersteige räumen, für die Straßen sind Kreis und Kommunen zuständig. Und auch, wenn die weiße Pracht derzeit wieder etwas abtaut, ist man gut beraten, einen Schneeschieber sein Eigen zu nennen. Denn das praktische Werkzeug ist restlos ausverkauft und kann auch nicht nachbestellt werden.

„Granulat, Streusalz und Schneeschieber – alles ist bei uns vergriffen.“

Helmut Franzen, Self-Markt

Der Grund für den Engpass findet sich in Baden-Württemberg, genauer im Kreis Tübingen. Dort brannte in der Nacht vom 16. zum 17. September die Stielfabrik Schmid mit 6000 Quadratmetern Produktionsfläche nieder. „Wir fertigen pro Saison mehrere 10 000 Stiele für Schneeschieber. Momentan bekommen wir täglich viele Anfragen und könnten 24 Stunden durcharbeiten. Durch den Brand haben wir unser Wintergeschäft in diesem Jahr komplett verloren“, sagt Thorsten Grathwohl vom Vertrieb auf Anfrage unserer Redaktion.

Die nächste Ladung Streusalz wird aus Bulgarien geliefert

Entsprechend ernüchternd fällt die Nachfrage im hiesigen Fachhandel aus: „Granulat, Streusalz und Schneeschieber – alles ist bei uns vergriffen“, sagt Helmut Franzen vom Kempener Self-Markt. Erst im Januar rechnet er mit einer neuen Ladung Streusalz. „Das kommt dann aus Bulgarien“, schaut er auf die Bestellung. „Wir haben nur noch Spielsand im Angebot, alle anderen Produkte rund um den Schnee waren vor Weihnachten ausverkauft“, sagt Periklis Vidovaris, stellvertretender Marktleiter bei Praktiker in Kempen. Immerhin: „Die Nachbestellungen laufen.“ Im Toom-Baumarkt in Lobberich ist immerhin noch Lava-Granulat vorrätig. „Wir wollen täglich nachbestellen, aber es gibt nichts mehr“, sagt Fachverkäufer Marcel Jenken. Außer leeren Paletten gibt es beim Grefrather Eisenwarenhändler Anstötz nicht mehr viel: „Streusalz, Schieber und Schlitten sind ausverkauft“, sagt die Auszubildende Stephanie Wanjura. Erst Mitte Januar sei Nachschub in Sicht, meint sie.

Leergekaufte Regale auch bei den Spielwarenhändlern

Schneeschieber – aber nur für Kinder – gibt es bei Spielwaren Jansen in Kempen. „Nur Holzschlitten sind nicht mehr lieferbar“, weiß Alexandra Jansen. Ähnlich wie bei den Schneeschiebern gibt es hier einen Engpass: Die Metallkufen kommen aus Polen, die Lkw stecken fest und kommen nicht an ihr Ziel. Spielwarenhändler Reinhard Stein hat nur noch Schnee-Bobs mit Lenkrad und Bremse auf Lager, und bei Spielwaren Lutz gibt es Kinder-Straßenbesen und kleine Schippen für die Winterfreuden.

Skibekleidung ist im Flachland heiß begehrt

Marc Barth kann sich über mangelnde Kundschaft nicht beschweren. Der Filialleiter von Sport Krahn verkauft derzeit viel lange Unterwäsche, Skibekleidung und wasserdichte, gefütterte Winterschuhe. „Viele unserer Kunden fahren nicht in Urlaub. Sie benötigen das Outfit für ihre winterlichen Aktivitäten“, sagt er. Voraussichtlich wird uns das kalte Wetter auch in den nächsten Tagen erhalten bleiben. Der Deutsche Wetterdienst sagt für Dienstag leichten Schneefall an, für Mittwoch leichten Regen, der überfrieren und zu glatten Straßen führen kann.

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