In Kempen wird darüber diskutiert, dass offenbar Wurfmaterial aus dem Vorjahr zum Einsatz gekommen ist.

In Kempen wird darüber diskutiert, dass offenbar Wurfmaterial aus dem Vorjahr zum Einsatz gekommen ist.
Schirme waren am Montag ein beliebtes „Auffang-Werkzeug“ für Kamelle.

Schirme waren am Montag ein beliebtes „Auffang-Werkzeug“ für Kamelle.

Friedhelm Reimann

Schirme waren am Montag ein beliebtes „Auffang-Werkzeug“ für Kamelle.

Kempen. Der erste Eindruck vieler Besucher nach dem Rosenmontagszug war, dass die Teilnehmer sehr viele Kamelle geworfen haben. Mit vollen Taschen zogen große und kleine Jecken nach dem Zug glücklich nach Hause. Getrübt wurde die Freude bei vielen Besuchern offenbar auf den zweiten Blick. Das zumindest spiegelt eine Diskussion in der Facebook-Gruppe „Du kommst aus Kempen, wenn. . .“ wider: Dort beschweren sich etliche Besucher darüber, dass offenbar Süßigkeiten geworfen worden sind, die das Verfallsdatum deutlich überschritten hatten.

„Da wird vom KKV der Rosenmontagszug liebevoll ausgearbeitet und souverän über die Bühne gebracht, und die Teilnehmer treten das mit ihren Füßen. Diejenigen, die quasi den Müll auf die Straße geworfen haben, sollten sich dafür schämen“, schreibt ein Mitglied der Gruppe im sozialen Netzwerk Facebook. Bei einigen Teilnehmern der Gruppe liegt die Vermutung nahe, dass mehrere Jecken das Wurfmaterial des im vergangenen Jahr ausgefallenen Zuges nun verwendet haben. So sei zum Beispiel Schokolade entdeckt worden, die statt einer braunen Farbe bereits grau geworden war. Ein Mitglied der Facebook-Gruppe berichtet von „Naschzeug“, dessen Verfallsdatum bereits im Juni 2016 abgelaufen war.

2016 warb der KKV dafür, dass weniger geworfen werden könne

Bereits kurz nach der Zugabsage und nachdem feststand, dass der „Zoch“ 2017 nachgeholt wird, wurde über das Wurfmaterial diskutiert. Viele Teilnehmer meldeten sich damals bei der WZ, dass sie nicht noch einmal so viel Geld aufbringen könnten, um 2017 erneut Süßes im großen Stil einzukaufen. Einige plädierten damals dafür, den Zug beispielsweise im Mai nachzuholen.

Kempener Karnevalsverein und Stadt blieben aber bei der Idee des Nachholtermins 2017. Mit Blick auf das Wurfmaterial erklärte der KKV damals folgendes: „Es kann auch einen schönen Zug mit weniger Kamelle geben. Dafür hat sicher jeder Besucher Verständnis.“

Wenig Verständnis hatte Zugleiter Theo Balters gestern dafür, dass offenbar abgelaufene Süßigkeiten im Umlauf sind. „Wir als KKV können nicht mehr tun, als darauf hinzuweisen, dass es verboten ist, abgelaufene Lebensmittel zu werfen“, so Balters. Dies sei in den Zugvorschriften, die alle Teilnehmer erhalten haben, eindeutig geregelt. „Wenn einige wenige sich nicht daran halten, ist das sehr schade“, so der KKV-Zugleiter. Allerdings sei es dem Veranstalter nicht möglich, alle Süßigkeiten auf das Verfallsdatum zu kontrollieren.

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