Über 300 Fans waren mit ihren Maschinen an der Dorenburg und der Rundfahrt dabei.

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Gemütlich rattern die Treckerfreunde mit ihren alten Gefährten durch Grefrath.

Gemütlich rattern die Treckerfreunde mit ihren alten Gefährten durch Grefrath.

Friedhelm Reimann

Gemütlich rattern die Treckerfreunde mit ihren alten Gefährten durch Grefrath.

Grefrath. Ein alter Traktor ist ein Hobby für die ganze Familie. "Auf dem habe ich fahren gelernt", erzählt Jan (14) stolz und zeigt auf den grünen Deutz D25 aus dem Jahr 1962. Der 25 PS-starke Oldie gehört schon lange zu Familie Backes aus Dülken, die früher einen landwirtschaftlichen Betrieb hatte, wie Jans Vater Johannes berichtet.

Das Niederrheinische Freilichtmuseum Grefrath war am Sonntag ein Treffpunkt für Freunde historischer Trecker. Über 300 Traktoren fuhren auf das Museumsgelände, die Schlange der blubbernden, tuckernden Gefährte nahm bis 12.30 Uhr kein Ende.

"Unsere Männer haben was zu gucken und und wir machen es uns gemütlich."

Kempenerin an der Dorenburg

Der Grefrather Treckertreff ist der saisonale Höhepunkt in der Szene, nirgendwo sonst bekommt man so nah mehrere Jahrzehnte lebendige Landwirtschaftsgeschichte zu Gesicht. "Unsere Männer haben was zu gucken und zu staunen, und wir machen es uns gemütlich", meint eine Frau aus Kempen, die zusammen mit anderen in einer gemütlich aufgemachten ehemaligen Weinbergskarre sitzt.

Währenddessen hatten die Mitglieder der Treckerfreunde Grefrath gut zu tun: Sie bauten Sitzbänke vor ihren sieben historischen Schätzchen auf, um einen geeigneten Platz im Getümmel zu haben. "Wir präsentieren heute auch eine Kartoffelschleuder und die passende Waage dazu", sagt Treckerfreund Dietmar Verheyden.

Den Treff gibt es seit 1996. Er ist immer am letzten Septembersonntag.

Über 300 Treckerfreunde waren mit ihren Maschinen dabei.

Im Steinofen wurde Brot gebacken, Apfelsaft und -most hergestellt und zum Probieren angeboten.

Sein Hanomag R22 glänzt ebenfalls wie der Hanomag R12 KB ("Kurze Bauform") in der warmen Septembersonne und zieht alle Blicke auf sich. "Ich habe als Zehnjähriger schon beim Gärtner mitgearbeitet. Mit 16Jahren habe ich dann Arbeit bei einem Lohnunternehmer gefunden und meinen Treckerschein gemacht", erzählt Verheyden.

Derweil präsentierte Peter Niederholz aus Aldekerk, ein ehemaliger Berufsschullehrer für Landmaschinentechnik, zehn besondere Trecker, die nacheinander auf ein Podest fuhren.

Mit Kennerblick und Fachwissen erklärte er alle Besonderheiten seiner Raritäten. Er ist auch der Besitzer der Egge, die in der historischen Dorenburg-Schmiede von Tillmann Delp nach alter Sitte angewinkelt und gehärtet wurde.

Für Organisatorin Katharina Hüsers-Döhmen war es der letzte Treckertreff, den sie organisierte: "Ich höre zum 31. Oktober auf." Warum, das wollte Hüsers-Döhmen nicht verraten - nur so viel: "Der Treckertreff wird weitergeführt."

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