Menschen: Peter Härtling liebt die Sprache– besonders das Plattdeutsche.

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Peter Härtling strahlt, wenn er seine Gitarre im Arm hat.

Peter Härtling strahlt, wenn er seine Gitarre im Arm hat.

Kurt Lübke

Peter Härtling strahlt, wenn er seine Gitarre im Arm hat.

Kempen. "Eigentlich ist die Mundart meine Muttersprache. In der Schule hatte ich mit dem Hochdeutschen größere Probleme als in Latein", sagt Peter Härtling. Der 72-jährige Kempener schreibt Gedichte und Lieder in Mundart, musiziert als Gitarrist in zwei Orchestern und füllt den Rest seiner Woche mit Sport.

"Ich bin Autodidakt."

Peter Härtling dazu, dass er nie Gitarren-Unterricht hatte. Jeden Dienstag und Mittwoch ist der ehemalige Finanzamt-Angestellte zur Probe bei dem Mandolinen- oder Gitarrenorchester, bei denen er Mitglied ist. Härtling: "Die Orchester sind eng miteinander verbunden. Insgesamt geben wir im Jahr rund 20 Konzerte." Dabei spielen die Musiker Klassik, Folklore oder auch mal den Konzertwalzer. Gitarren-Unterricht hatte Peter Härtling nie. "In dieser Hinsicht bin ich Autodidakt", sagt er. Auch bei seinen selbstgeschriebenen Liedern und Gedichten in Mundart lässt sich der Kempener nicht reinreden. Allerdings gibt es Ausnahmen. "Bei einem Volkshochschulkurs habe ich ein wenig Italienisch gelernt. So kam es, dass ich eine italienische Weihnachtsgeschichte ins hiesige Platt übersetzt habe", erzählt er. Einige seiner Geschichten hat er im Jahre 2004 in einem kleinen Buch veröffentlicht: "Mittlerweile sind alle Exemplare verkauft." Neben Mundart und Musik steht Sport auf dem Wochenplan. Sieben Mal in der Woche macht Peter Härtling Gymnastik. Vier Mal geht er zum Laufen. Ursprünglich kommt Härtling aus Krefeld. Dort machte er 1957 sein Abitur und heiratete 1961. Nach Kempen kam der Liedermacher anno 1967 aus finanziellen Gründen: "Das Haus, in dem ich auch heute noch wohne, war damals sehr günstig. Doch dadurch musste ich auch einige Jahre nach Krefeld pendeln." Dort arbeitete er beim Finanzamt. Nachdem er einige Zeit in Viersen und in Düsseldorf tätig war, wechselte er 1980 zum Finanzamt Kempen. Dort arbeitete er 20 Jahre bis zu seiner Pensionierung 1999.

Sein Ziel: Zum 35.Mal das goldene Sportabzeichen machen

Mit seiner vor elf Jahren verstorbenen Ehefrau hat er zwei Söhne. "Leider wohnen beide weiter weg. Aber wir haben regelmäßig Kontakt", sagt der Rentner. Sein ältester Sohn Mark (48) wohnt in Bergisch-Gladbach und Dirk (45) hat sich mit seiner Frau und zwei Töchtern in Bayern niedergelassen. Für die Zukunft will sich der 72-Jährige nicht viel vornehmen. "Ich bin froh, dass ich das fahrplanmäßige Leben hinter mir gelassen habe", sagt Peter Härtling. Doch in zwei Jahren möchte er zum 35. Mal das goldene Sportabzeichen machen.

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