Geschäftsführung, Betriebsleitung, Mitarbeiter und Stiftung begründen den Personalwechsel.

innere Abteilung
Im Hospital hofft man 2011 auf ruhigere Zeiten.

Im Hospital hofft man 2011 auf ruhigere Zeiten.

Kurt Lübke

Im Hospital hofft man 2011 auf ruhigere Zeiten.

Kempen. Beim Ärger um die Neubesetzung der Chefarztstellen in der Inneren Abteilung ist das Hospital zum Heiligen Geist gestern in die Offensive gegangen. In einem Jahresrückblick nahmen Geschäftsführung, Betriebsleitung (Ärztlicher Direktor und Pflegedienstleitung), Mitarbeitervertretung sowie der Vorstand der Stiftung (Propst Thomas Eicker und Bürgermeister Volker Rübo) Stellung zu den Äußerungen von Aufsichtsrats-Chef Karl Hensel auf einer Pressekonferenz am 17. Dezember 2010.

Im Wortlaut: „Bedauert wird die Resonanz auf die Pressemeldungen anlässlich der Vorstellung der beiden neuen Chefärzte. Keinesfalls hat Herr Hensel als Aufsichtsratsvorsitzender mit seinen Feststellungen die medizinische Kompetenz von Professor Dr. Faßbender und Dr. Ammon in Frage stellen wollen. Wenn dies in Teilen der Öffentlichkeit und der niedergelassenen Ärzte so angekommen ist, bedauern wir das sehr. Herr Hensel hat lediglich Fehlinformationen entgegentreten wollen, die sich im Umlauf befanden.“

Hensel hatte die Ärzte in der Öffentlichkeit kritisiert

Zur Erinnerung: Bei der Vorstellung der neuen Ärzte hatte Hensel den früheren Chefarzt Walter Josef Faßbender und Oberarzt Johannes Ammon kritisiert. Unter anderem sei man mit der Arbeit von Ammon nicht zufrieden gewesen. Daraufhin geriet Hensel ins Kreuzfeuer der Kritik. Niedergelassene Ärzte und der Förderkreis des Hospitals konnten Hensels Aussagen und die Personalentscheidungen nicht nachvollziehen.

Neustrukturierung sei der richtige Weg in die Zukunft

Die Mitteilung verteidigt den Personalwechsel: „Mit der Neustrukturierung wird dem anwachsenden Wissensstand in der Inneren Medizin Rechnung getragen.“ Die neuen Chefärzte, Volker Schwarz und Oliver Schmidt Osterkamp, deckten die Fachgebiete ab, die in den Krankenhäusern landesweit die größte Bedeutung haben: Herzkreislauf-, Tumorerkrankungen und Krankheiten des Verdauungssystems. Nach einer Statistik des Deutschen Krankenhausinstitutes zur Anzahl der Diagnosen in NRW-Kliniken kommen Herzkreislauferkrankungen auf einen Anteil von 15,1 Prozent, Tumorerkrankungen auf 10,4 und Krankheiten des Verdauungssystems auf 10,2 Prozent.

Im Gegensatz dazu erreichen laut Statistik Stoffwechselkrankheiten und osteologische (Knochen)-Erkrankungen nur mit einem Anteil von 2,5 Prozent. Der ausgeschiedene Professor Faßbender gilt deutschlandweit als Experte für Knochen-Erkrankungen. Noch im September 2010 rühmte sich das Hospital mit einer Auszeichnung vom Dachverband Osteologie: Kempen galt als Schwerpunktzentrum zur Therapie.

Dr. Georg Mergler, Obmann der niedergelassenen Ärzte zum Hospital-Jahresrückblick: „Wünsche und Vorsätze gehören zu den gedanklichen Regungen, die uns im Lebensalltag auf vielerlei Weise begleiten. Nicht alle erfüllen sich oder werden realisiert. Gute Wünsche gehören zu jedem Jahreswechsel. So wünsche ich auch dem Hospital, dass vieles in Erfüllung geht und ebenso viele gute Vorsätze zum Wohle der Bürgerschaft in die Tat umgesetzt werden. Wir Ärzte sind nach wie vor an einem stabilen, fachlich zuverlässigen Hospital interessiert. Wir werden die weitere Entwicklung positiv kritisch beobachten, soweit dies der Sache dient."

Weil die Hospital-Erklärung nicht vom Aufsichtsrat stammt, fragte die WZ beim Vorsitzenden und früheren Bürgermeister Karl Hensel nach. Er wollte allerdings keine persönliche Stellungnahme zum Thema abgeben.

„Osteologische Erkrankungen erfordern in der Regel dann eine stationäre Behandlung, wenn sie zu Knochenbrüchen führen“, sagte Geschäftsführer Friedhelm Sicking. Für die Behandlung solcher Krankheiten mit Medikamenten sei ein Krankenhaus der falsche Ort.

„Gute Zusammenarbeit mit niedergelassenen Ärzten“

Der Blick im Hospital richtet sich jetzt nach vorn: „Wir sind sicher, dass mit den neuen Leitenden Ärzten eine hervorragende medizinische Versorgung gewährleistet ist. Eine gute Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärzten ist dazu genauso unerlässlich wie eine professionelle Anleitung und Weiterbildung der Assistenzärzte, die diesen ein längeres Verbleiben im Hospital ermöglicht.“

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