Eine allein erziehende Mutter aus Oedt fühlt sich von der Arge im Stich gelassen. Das Geld reicht nicht, Hilfe bleibt aus. Lediglich die Grefrather Tafel unterstützt sie unbürokratisch.

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Rebekka Würker hat ihre Unterlagen griffbereit.

Rebekka Würker hat ihre Unterlagen griffbereit.

Friedhelm Reimann

Rebekka Würker hat ihre Unterlagen griffbereit.

Oedt. Das soziale Netz ist löchrig- findet Rebekka Würker. Denn die allein erziehende Mutter hat Ärger mit der Arge- sie bekommt weder Geld noch Bescheinigungen.

"Die vergessen, dass da Kinder hinterstecken."

Rebekka Würker

Das Beschäftigungs- und Leistungszentrum (BLZ) in Oedt, das zur Arge im Kreis Viersen gehört, ist für die Sicherung des Lebensunterhalts von Bedürftigen zuständig.

Und sie stellt den schriftlichen Nachweis aus, den Klienten beispielsweise der Tafel vorlegen können. Doch soviel ist in Würkers Fall noch lange nicht passiert: Sie sei ein ums andere Mal vertröstet worden.

Die 30-Jährige arbeitet als Aushilfe in einem Drogeriemarkt, ist ansonsten auf Unterhaltszahlungen ihres Ex-Mannes angewiesen. Doch die trudeln unregelmäßig ein.

Mal spärlich, manchmal gar nicht. "Beim letzten Mal war es grad soviel, dass ich die Miete überweisen konnte, die GEZ und Versicherung", sagt die Mutter von zwei Kindern (fünf und acht Jahre).

Doch Lohn und Kindergeld werden erst zur Monatsmitte überwiesen. Also hat sie diverse Unterlagen - Bescheinigungen der Versicherungen, Überweisungen von Miete und Unterhalt, Lebenslauf - geordnet und sich in der Hoffnung auf Unterstützung an das Arge-Büro in Oedt an der Hochstraße gewandt.

Würker: "Doch da wurde mir gesagt, da können wir nichts machen." Fünf bis sechs Wochen müsse sie schon warten, bis alles berechnet sei. "Die vergessen, dass da Kinder hinterstecken, die einen leeren Magen haben", sagt sie.

Die Grefrather Tafel hat schnelle Hilfe geleistet

Zwischen Weihnachten und Silvester war Würker zum ersten Mal bei der Arge, wurde auf das neue Jahr vertröstet. Doch auch da tat sich nichts, die 30-Jährige wurde von einem Sachbearbeiter zum nächsten geschickt. "Und wir hungern trotzdem."

"Seit vergangener Woche Mittwoch ist nichts passiert", sagt Würker. "Wenn ich wenigstens ein Schriftstück gehabt hätte, mit dem ich bei der Tafel Lebensmittel bekomme."

Dort wurde ihr, nachdem sie ihre Lage geschildert, dennoch geholfen - schnell und unbürokratisch. "Die haben mir sofort eine Tüte gepackt. Freitag war ich da und Dienstag, so halte ich uns über Wasser."

Generell, so eine Sprecherin der Bundesagentur für Arbeit, bestehe die Möglichkeit eines Vorschusses. Auch könnten Sachbearbeiter Lebensmittelgutscheine verteilen - dies müsse im Einzelfall geprüft werden.

Norbert Weibes, Leiter der Arge in Oedt und Viersen, sah sich am Donnerstag nicht in der Lage, gegenüber der WZ zu dem Fall Stellung zu beziehen. Er ist erst nächste Woche wieder in Oedt.

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