In jüngster Zeit sollen sich die Verspätungen auf der Strecke zwischen Kleve und Düsseldorf häufen. Ausfälle am Montag waren massiver als von der Nordwestbahn berichtet.

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Der Bahnhof in Kempen gehört zu den wichtigsten Haltepunkten des Niers-Expresses. Dort steigen viele Pendler zu.

Der Bahnhof in Kempen gehört zu den wichtigsten Haltepunkten des Niers-Expresses. Dort steigen viele Pendler zu.

Kurt Lübke

Der Bahnhof in Kempen gehört zu den wichtigsten Haltepunkten des Niers-Expresses. Dort steigen viele Pendler zu.

Kempen. Ganz so glimpflich, wie von der Nordwestbahn (NWB) beschrieben, sind die Auswirkungen der Zugstörungen am Montag (die WZ berichtete) wohl nicht verlaufen. So meldeten sich am Dienstag einige Pendler bei der WZ, die zum Wochenstart im Berufsverkehr schlechte Erfahrungen gemacht hatten.

Demnach sind auch nach 8 Uhr noch weitere Züge ausgefallen. „Am Bahnhof Kempen gab es um 9.15 Uhr noch die Durchsage und Anzeige auf dem Display, dass der Zug ausfällt. Ein Zug, der um 9.14 Uhr in Kempen sein soll, startet in Kleve um 8.21 Uhr – also nach 8 Uhr“, schreibt ein Leser (Name der Redaktion bekannt) in einer E-Mail. Die NWB hatte erklärt, dass es nur zwischen 7 und 8 Uhr Ausfälle gab.

Mit der Leseranfrage konfrontiert, bestätigte NWB-Sprecher Maik Seete am Dienstag, dass auch der Zug, der um 9.14 Uhr in Kempen sein sollte, ausgefallen ist. Offiziell sei die Strecke wieder um 8.30 Uhr freigegeben worden.

Auch die Hintergründe der beiden Fahrzeugstörungen stellen Pendler infrage – zumindest die der Störung in Geldern. „Um 7.15 Uhr hat es eine weitere Störung gegeben: In Geldern blieb ein Zug stehen“, berichtete die NWB auf Anfrage der WZ. Der Pendler sagt folgendes: „Laut Fahrplan müsste der Zug um 7.15 Uhr in Kempen sein. Um 7.20 Uhr erfolgte in Kempen auf dem Bahnsteig die Durchsage: Verspätung auf unbestimmte Zeit.“ Andere Reisende berichteten: „In Nieukerk erfolgte die Durchsage ,Zug fällt aus’ entsprechend früher, da hier die Abfahrtzeit 7.04 Uhr ist.“

Mitreisende aus Goch hätten zudem berichtet, dass der Zug in Weeze, Kevelaer und Geldern jeweils eine automatische Vollbremsung vorgenommen habe. „Also ein Ausfall mit Vorankündigung“, finden die Pendler.

Mit Blick auf die erneuten Probleme am Montag sowie am 17. Dezember, als in Kempen ein Fahrzeug mit Motorschaden liegengeblieben war, stellt sich beim Niers-Express die Frage: Hat es nach den Ankündigungen von NWB und VRR Ende Oktober 2013 wirklich Verbesserungen gegeben? Damals gab es einen Runden Tisch mit Vertretern von Behörden und Unternehmen sowie Pendlern im Rathaus.

NWB-Geschäftsführer Hansrüdiger Fritz erklärte vor mehr als einem Jahr, dass man an der „Pünktlichkeits-Quote von 92 Prozent“ arbeiten wolle. Dieser Wert sei „unterdurchschnittlich“. Seitens des VRR wurde damals der Vorwurf laut, dass die Nordwestbahn häufig nicht mit der bestellten Wagenzahl unterwegs sei.

Um dem Problem von überfüllten Waggons Herr zu werden, hatte die NWB in Erwägung gezogen, zusätzliche Züge einzusetzen. Umgesetzt wurde immerhin die Maßnahme, den Einsatz der „Zwischenzüge“, die morgens von Kempen nach Krefeld und zurück verkehren, bis Geldern auszuweiten.

Die Verlängerung des „Zwischenzuges“ findet ein Pendler übrigens „positiv“, auch wenn es für ihn selbst mit dem Fahrtziel Düsseldorf keine Auswirkungen habe. An anderen Stellen sehen er und weitere Kunden, die sich regelmäßig bei der WZ melden, aber immer noch Probleme. So würden sich aktuell die Verspätungen häufen. Zudem gebe es „immer wieder defekte bzw. gesperrte Toiletten und Störungen an den Türen“.

Zur Entwicklung auf der Strecke seit 2013 gab die NWB am Dienstagabend eine Stellungnahme ab. Mehr dazu lesen Sie in der WZ-Ausgabe am Donnerstag.

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