Nun haben Stadt und Stiftung ein Grundstück im „Umfeld des Krankenhauses“ im Auge. In diesem Jahr soll eine Lösung her.

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In Kempen gibt es derzeit zwei Seniorenheime: In St. Peter- (l.) und Von-Broichhausen-Stift leben rund 200 Menschen. Archiv-

In Kempen gibt es derzeit zwei Seniorenheime: In St. Peter- (l.) und Von-Broichhausen-Stift leben rund 200 Menschen. Archiv-

In Kempen gibt es derzeit zwei Seniorenheime: In St. Peter- (l.) und Von-Broichhausen-Stift leben rund 200 Menschen. Archiv-

Kurt Lübke, Bild 1 von 2

In Kempen gibt es derzeit zwei Seniorenheime: In St. Peter- (l.) und Von-Broichhausen-Stift leben rund 200 Menschen. Archiv-

Kempen. Bei den Planungen für ein drittes Seniorenheim in Kempen bringen Verwaltungsspitze und die Stiftung „Hospital zum Heiligen Geist“ einen neuen Standort ins Spiel. Bürgermeister Volker Rübo (CDU) bestätigte am Dienstag WZ-Informationen, nach denen geprüft wird, ob ein Standort im „Umfeld des Krankenhauses“ infrage kommt. „Das ist richtig. Wir prüfen diese Option“, so Rübo. Genauere Angaben zum möglichen Standort auf dem Gelände des Hospitals machte er aber nicht. Dafür sei es noch zu früh.

Auch die ursprüngliche Idee, auf dem früheren Tankstellen-Gelände am Heyerdrink ein neues Altenheim zu bauen, ist laut Rübo weiterhin im Rennen. „Die Stadt Kempen hat diese Grundstücke gekauft. Auch dort kann das Projekt realisiert werden“, sagt der Bürgermeister.

Seniorengerechte Wohnungen am Heyerdrink sind möglich

Gerüchte, dass der Bau eines Seniorenheims auf dem früheren Tankstellen-Gelände baurechtlich schwierig zu realisieren sei, dementiert Volker Rübo. Die neue Option am Krankenhaus sei vielmehr eine „gute Alternative“, weil so am Heyerdrink weitere seniorengerechte Wohnungen entstehen könnten. Der Bürgermeister machte am Diensatg gegenüber der WZ deutlich, dass sich die Stadt diese Lösung gut vorstellen kann: „Mit Blick auf den demografischen Wandel müssen wir weiteren seniorengerechten Wohnraum in der Innenstadt schaffen“, so Rübo. Der Standort – direkt am Altstadtring – wäre nahezu ideal.

„Die Stiftung wird sich um die Trägerschaft bemühen.“

Volker Rübo, Bürgermeister und Vorstand der Stiftung „Hospital zum Heiligen Geist“

Stadt und Hospital-Stiftung, die Trägerin der bestehenden Heime St. Peter- und Von-Broichhausen-Stift ist, seien sich bewusst, dass man in diesem Jahr den Bau einer dritten Einrichtung auf den Weg bringen muss. „Wir müssen die Zahl der Zweibett-Zimmer im Von-Broichhausen-Stift bis 2018 reduzieren. Dazu sind wir gesetzlich verpflichtet“, so der Bürgermeister, der auch Vorstand der Stiftung ist.

Warten auf mögliche Zuschüsse vom Land

 Das St. Peter-Stift an der Auguste-Tibus-Straße 9 besteht seit 2006. Dort leben 70 Senioren. Das Von-Broichhausen-Stift am Heyerdrink 21, in Nachbarschaft zum Hospital, gibt es seit 1969. Dort gibt es etwa 140 Pflegeplätze.

Der Gesetzgeber schreibt vor, dass die Pflege-Einrichtungen in Deutschland ab 2018 nur noch einen Zweibett-Zimmer-Anteil von 20 Prozent haben dürfen. Für das Von-Broichhausen-Stift bedeutet die Vorschrift erhebliche Umbauten. Zudem wird die Einrichtung 40 bis 50 Pflegeplätze weniger haben. Deshalb muss ein drittes Pfegeheim diesen Wegfall kompensieren. Stadt und Stiftung stellen sich einen Neubau mit 70 bis 80 Pflegeplätzen vor. Im St. Peter-Stift wird die 80-Prozent-Quote für Einzelzimmer bereits erfüllt.
 

Für die geplante Pflegereinrichtung in St. Hubert, Am Beyertzhof, rollen seit dieser Woche die Bagger. Mehr dazu lesen Sie am Mittwoch im Kendel-Geflüster.

Was für eine konkrete Planung aber noch fehle, seien Zusagen über Zuschüsse vom Land. In Düsseldorf wird weiterhin an einer Reform des Landespflegegesetzes gearbeitet. Darin sollen auch mögliche Zuschüsse für einen „Ersatzneubau“ wie in Kempen geregelt werden. „Diese Gesetzesreform ist für uns wichtig. Ich hoffe, dass wir im April mehr wissen“, sagt Volker Rübo.

Der Bürgermeister hält daran fest, dass das dritte Altenheim auch unter dem Dach der Hospital-Stiftung geführt wird. „Die Stiftung wird sich um die Trägerschaft bemühen“, so Rübo. Da pflegebedürftige Menschen während des Umbaus des Von-Broichhausen-Stiftes in der neuen Einrichtung untergebracht werden müssten, sei diese Lösung sinnvoll.

Neuer Geschäftsführer für die Stiftung ist in Sicht

Deshalb erscheint es umso wichtiger, dass die Hospital-Stiftung die Führungskrise bei der Leitung der bestehenden Heime in den Griff bekommt. „Da sind wir auf einem sehr guten Weg“, sagte Rübo. Vom früheren Geschäftsführer Ralf Barian, der nach dem Verkauf des Krankenhauses an Artemed zu den Seniorenheimen gewechselt war, hat man sich laut Rübo inzwischen „einvernehmlich getrennt“. Barian war zuvor mehrere Monate krankgeschrieben (die WZ berichtete). Derzeit werde die Verwaltung der Stiftung von einem externen Dienstleister übernommen – das Beratungsunternehmen Terranus aus Köln habe dafür seit einigen Monaten den Auftrag.

„Ich bin zuversichtlich, dass wir in Kürze eine dauerhafte Lösung präsentieren können“, sagt Rübo. Die Ausschreibung des Geschäftsführerpostens laufe, eine Entscheidung stehe bald an. Auch die anderen Leitungspositionen in den Heimen, die nach Kündigungen seit dem Sommer vakant waren, seien inzwischen nachbesetzt. Lediglich bei der Pflegedienstleitung gebe es weiterhin Probleme wegen einer Langzeiterkrankung. Rübo: „Alles in allem bin ich aber guter Dinge, dass in die Verwaltung der Einrichtungen wieder mehr Ruhe einkehrt.“

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