Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Nettetaler Juristen, der dem „König der Bankräuber“ Flucht-Hilfe gegeben haben soll.

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Der verurteilte Bankräuber Jan Zocha nach dem Prozess. (Archiv

Der verurteilte Bankräuber Jan Zocha nach dem Prozess. (Archiv

dpa

Der verurteilte Bankräuber Jan Zocha nach dem Prozess. (Archiv

Nettetal. Die Staatsanwaltschaft Bielefeld ermittelt weiter gegen einen 66-jährigen Anwalt aus Nettetal. Wie die WZ berichtete, wird dem Juristen vorgeworfen, an dem gescheiterten Ausbruchversuch seines Mandanten Jan Zocha im Jahr 2008 beteiligt gewesen zu sein.

Zocha (42), der als "König der Bankräuber" bundesweit Schlagzeilen machte, verbüßt in der Justizvollzugsanstalt Köln eine zwölfjährige Freiheitsstrafe in Isolationshaft mit anschließender Sicherheitsverwahrung. Fast 40 Banküberfälle hat er laut Gerichtsurteil begangen.

"Wir untersuchen momentan, ob sich die Substanzen, die in der Garage des Anwalts gefunden wurden, zur Herstellung von Sprengstoff eignen", sagt der Sprecher der Staatsanwaltschaft Bielefeld, Reinhard Baumgart. Auch wem die zwei Pistolen gehören, die die Polizei bei der Durchsuchung der Garage gefunden hat, werde noch geprüft.

Anwalt wurde noch nicht vernommen

Der Nettetaler Anwalt sei bisher "noch nicht förmlich vernommen worden", sagt Baumgart. Bei den Durchsuchungsmaßnahmen hatte der 66-Jährige bereits gesagt, dass er keine Ahnung habe, wem die Substanzen und die Waffen gehören und wie sie in seine Garage gelangt seien. Außerdem würde er "keinem Mandanten zur Flucht raten".

Ins Visier der Ermittler war der Zocha-Anwalt - er ist einer von mehreren, die Zocha inzwischen hat - aus Nettetal geraten, weil er zu den wenigen gehört, die regelmäßig mit dem Schwerverbrecher Kontakt haben. Zocha bekommt kaum Besuch, und ihm ist der Kontakt mit Gefangenen untersagt.

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