Wer sich auf das Eis der Nettetaler Seen traut, lebt gefährlich. Die Dicke der Eisschicht beträgt nur acht Zentimeter – Tendenz abnehmend.

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Trotz Verbots tummeln sich die Menschen auf dem (noch) zugefrorenen Hinsbecker Bruch.

Trotz Verbots tummeln sich die Menschen auf dem (noch) zugefrorenen Hinsbecker Bruch.

Stefan Brüning

Trotz Verbots tummeln sich die Menschen auf dem (noch) zugefrorenen Hinsbecker Bruch.

Nettetal. Es ist für so manchen der Inbegriff des niederrheinischen Winterwunderlands: Schliddern und Schlittschuhlaufen auf einem zugefrorenen See. Eine Szene, die beispielsweise WZ-Leser Stefan Brüning am Sonntagnachmittag auf dem Hinsbecker Bruch beobachten konnte. Dort tummelten sich bei herrlichen Sonnenschein und blauem Himmel hunderte Menschen auf dem Eis.

Doch es ist eine trügerische Idylle und ein gefährliches Vergnügen, wie die Verantwortlichen der Stadt Nettetal betonen. "An eine irgendwie geartete Freigabe der Seen war und ist nicht zu denken", betont Stadt-Pressesprecher Christoph Kamps. Ganz im Gegenteil. Kamps: "Angesichts des Tauwetters wird dringend vor dem Betreten der Seen gewarnt."

Am Donnerstag vergangener Woche hatte das Nettetaler Ordnungsamt auf dem Lobbericher Windmühlenbruch die Dicke der Eisschicht gemessen. Das spärliche Ergebnis: acht Zentimeter. Erst ab mindestens 15 Zentimetern könne überhaupt angefangen werden, über eine Freigabe nachzudenken. "Außerdem war auf dem Windmühlenbruch teilweise noch Wasser auf dem Eis", sagt der Pressesprecher.

Ein weiteres Problem: Weil die Nette durch ein Dutzend Nettetaler Seen fließt, ist das Eis unterschiedlich dick. Es gebe unterschiedliche Wassertiefen und -strömungen. "Das heißt, es besteht an diesen Stellen nicht nur eine dünnere Eisschicht, sondern auch eine größere Gefahr, unter das Eis zu geraten", sagt Kamps.

Davon war laut Stefan Brüning auf dem Hinsbecker Bruch nichts zu merken: "Bis auf eine kleine Stelle, wo das Wasser ins Glabbacher Bruch fließt, war die Eisdecke geschlossen."

Dabei dürfen alle der vier Krickenbecker Seen generell nicht betreten werden, "und zwar aus Natur- und Vogelschutz-Gründen", so Kamps. Die einzige Ausnahme: Das Hinsbecker Bruch darf im Bereich Strandbad und Treppen/Eingangsplatz betreten werden. Aber nur, wenn die eigens aufgestellten Schilder "Betreten der Eisfläche verboten" entfernt oder zumindest zugehängt werden...

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