Die Bezirksregierung lehnt eine Tempo-30-Zone vor dem Breyeller Schulzentrum ab. Und: Die Kölner Straße soll mehr Zebrastreifen bekommen.

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Am Grundschulzentrum an der Biether Straße soll eine Tempo-30-Zone eingerichtet werden.

Am Grundschulzentrum an der Biether Straße soll eine Tempo-30-Zone eingerichtet werden.

Friedhelm Reimann

Am Grundschulzentrum an der Biether Straße soll eine Tempo-30-Zone eingerichtet werden.

Nettetal. Wie sicher sind Nettetals Straßen? Nicht sicher genug, meinen Bürger und Politiker. Deshalb sollen strengere Geschwindigkeitsbegrenzungen her, so auf der Biether Straße in Breyell. Doch der Ausschuss für Öffentliche Sicherheit, Ordnung und Verkehr konnte am Donnerstag im Rathaus keine Entscheidungen fällen.

"Ich kann keine Knochen schmeißen und sagen, wie lange es dauert."

Armin Schönfelder, Erster Beigeordneter

Das Problem drängt: "Die Sache bekommt so langsam Patina", klagte der Erste Beigeordnete Armin Schönfelder. Schließlich wollte der Ausschuss schon 2008 auf SPD-Antrag an der Biether Straße vor dem Grundschulzentrum eine Tempo-30-Zone einrichten lassen - wie an den anderen Nettetaler Schulen und Kindergärten. Mit gutem Grund: Fast ein Drittel aller Autofahrer fuhr dort während einer Messung schneller als 50km/h.

Aber als "nicht gerechtfertigt" lehnte die Bezirksregierung Düsseldorf am 21.Januar den städtischen Antrag ab - wie zuvor schon die Kreispolizeibehörde, der Landrat und der zuständige Landesbetrieb Straßenbau.

Man könne doch nicht warten, bis einem Schulkind etwas passiert, meinte Schönfelder. Hermann Hüttermann (Grüne) allerdings berichtete, auf der Biether Straße sei kürzlich ein Kind angefahren worden. Statt sich auf einen juristischen Streit einzulassen, will die Stadt ihren Antrag auf Tempo 30 erneuern, diesmal besser begründen und abwarten. Schönfelder: "Ich kann keine Knochen schmeißen und sagen, wie lange es dauert."

Durch Bürger-Engagement hat sich in Kaldenkirchen etwas verbessert

Ebenfalls viele Gefahren für Schulkinder bemängeln Bürger auf der Kölner Straße in Kaldenkirchen. Sie wollen mehr markierte Übergänge für Fußgänger und Radfahrer. Der Bürger-Antrag soll "in den nächsten Wochen" mit den zuständigen Behörden erörtert werden.

Über neue Geschwindigkeitsbegrenzungen auf der Lobbericher Straße soll erst in einem Jahr entschieden werden. Schon seit 2004 beraten Politik und Verwaltung über Tempo 50 statt 70 zwischen Lobberich und Breyell und über einen Kreisverkehr am Abzweig Onnert. Weiter beobachten, lautet die Maxime.

Das "unverantwortliche Verhalten" vieler Eltern beklagte Beigeordneter Armin Schönfelder: Sie ließen ihre Kinder einfach am Straßenrand nahe der Schule Biether Straße aus dem Auto steigen - anstatt am sichereren Zebrastreifen.

Ende 2011 läuft der Pachtvertrag für die mobile Analge zur Geschwindigkeits-Anzeige ("Sie fahren 45km/h") aus. Die Stadt will das Gerät mit Hilfe von Sponsoren erwerben, möglicherweise auf Antrag von Jörg Hebben (ABK) gar eine zweite Anlage. Einsatzorte sind vor allem nahe Schulen und Kindergärten sowie an der Kölner Straße.

Die Ordnungspartnerschaft Drogenpfad Venlo, der unter anderem die Stadt Nettetal, Polizei, Bahn und Zoll angehören, will bis zum Sommer über weitere Aktionen beraten, um Belästigungen der Anwohner im Einzugsbereich des Venloer Drogenhandels zu verringern.

Bewährt hat sich laut Klaus Ossmann vom Ordnungsamt die Vorverlegung des Rathaussturms am Altweiberdonnerstag auf 14.11 Uhr: Weniger stark alkoholisierte oder randalierende Jugendliche als in den Vorjahren. Dazu beigetragen habe auch der verstärkte Personaleinsatz von Ordnungskräften und Sozialarbeitern.

Jörg Hebben (ABK) lobte das Engagement der Kaldenkirchener, das schon zu Verbesserungen auf der Kölner Straße geführt habe. Er lud Schönfelder ein: "Kommen Sie dahin, fahren Sie mit mir im Bus - und Sie sind begeistert!" Auch Peters ermunterte Schönfelder: "Vergessen Sie nicht, über die Kölner Straße zu fahren: Das erweitert den Horizont."

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