Bürgermeister Christian Wagner zeigt in der Ansprache die Stärken der Stadt.

Nettetal. Die 100 Gäste beim Neujahrsempfang im Rathaus waren trotz der Wirtschaftskrise durchaus optimistisch und hatten keine Berührungsängste. Schulleiter sprachen mit Naturschützern, Ratsmitglieder mit Vertretern von Polizei, Feuerwehr und Hilfsdiensten.

Zum Empfang war der ehemalige Geschäftsführer des Nettetaler Krankenhauses Herbert Wans, aber auch der langjährige Leiter der Polizeistation Nettetal, Horst Schirrmacher, die Feuerwehr-Legende Reinhold Heußen und sowie Landrat Peter Ottmann und die Landtagabgeordneten Christian Weisbrich (CDU) und Dietmar Brockes (FDP) gekommen.

Die Musiker hatten es schwer, sich Gehör zu verschaffen

Das zwanglose Treffen wurde zum Gedankenaustausch hörbar genutzt. Das mussten auch Uli Windbergs (Klavier) und Stefani Dams-Steffens (Querflöte und Blockflöte) erkennen. Die Overtüre nahm wohl kaum jemand zur Kenntnis. Erst bei Mozarts "Menuett Serenade" war’s dann ruhig und es gab den verdienten Beifall.

Den bekam auch Bürgermeister Christian Wagner für seine Neujahrsansprache. Die Wirtschafts- und Finanzlage der Stadt beurteilte er positiv. Die Stadt stehe vergleichsweise ordentlich da und habe eine solide Finanzstruktur. Das Stadtmarketing mit Nette-Punkt, Nette-Spargel und Nette-Erdbeeren sei zum Markennamen geworden. "Unsere kleinteilige und bunte Wirtschaftsstruktur trägt dazu bei, dass der in manchen Bereichen durchaus tiefgreifende Abschwung hier anscheinend keine Breitenwirkung entfalten kann."

Die Stadt und ihre Tochtergesellschaften werden in diesem Jahr mehr als 15 Millionen Euro investieren, davon bis zu 75 Prozent an lokale, bis 90 Prozent an regionale Firmen. "Diese Investitionen sind möglich, weil wir kein Tafelsilber, keine städtischen Töchter verschleudert und keine dubiosen Finanzgeschäfte getätigt haben."

Auch auf die Stadtentwicklungsprojekte ging Wagner ein: Es würden zum Beispiel Grundsatzentscheidungen für die Zukunft der Innenstadt von Lobberich getroffen, der Standort für die Doppelsporthalle Kaldenkirchen bestimmt und der neue Radweg entlang der Lobbericher Straße in Breyell gebaut.

Im demografischen Wandel liegt eine große Herausforderung

Den demografischen Wandel sieht Wagner als eine Herausforderung, da von einem automatischen Wachstum nicht mehr ausgegangen werden könne. "Städte die nicht aktiv gegensteuern und die nicht versuchten, junge Menschen und Familien Heimat zu geben, werden zu den Verlierern gehören, da sie überdurchschnittlich altern und angesichts des drohenden Fachkräftemangels auch für Investitionen unattraktiv werden."

Die Stadt wolle außerdem in überschaubaren Strukturen der einmaligen und liebenswerten Stadteilen den Menschen echte Heimat bieten, damit sie hier Wurzeln schlagen.

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