Die Fraktion spricht ihrem Vorsitzenden Bernhard Müller-Wirtz das Vertrauen aus. Der bleibt nun im Amt.

Nettetal. Das Personalkarussell der Nettetaler SPD dreht sich munter weiter- vor und wieder zurück. Erst vergangene Woche hatte Bernhard Müller-Wirtz angekündigt, er werde als Vorsitzender der SPD-Fraktion im Stadtrat die Brocken hinschmeißen. Am Dienstagabend jedoch nahm er seinen angekündigten Rücktritt zurück. Welchen Schaden die Partei durch das Gerangel ausgerechnet im Wahljahr davonträgt, das sei "nur schwer abzuschätzen", so Müller-Wirtz.

Hintergangen fühlt sich der Fraktionsvorsitzende offensichtlich noch immer: "In einer Demokratie sollte man sich an Absprachen halten und nicht seine Entscheidung von heute auf morgen ändern", spielte Müller-Wirtz nach der Fraktionssitzung auf die Mitgliederversammlung letzte Woche an. Dort sollte er auf Vorschlag des Vorstandes für den sicheren Platz 1 der Reserveliste für den Kreistag nominiert werden. Doch überraschend kandidierten Hans Kettler und Ralf Hussag gegen ihn, Müller-Wirtz kam nur auf Platz 4 der Liste (die WZ berichtete). Für den Fraktionschef, der zugunsten der Kreispolitik auf eine Kandidatur für den Stadtrat verzichtete hatte, ein "klarer Vertrauensbruch".

Das Vertrauen aber sprach die SPD-Fraktion ihrem Vorsitzenden nun einstimmig aus und bat ihn, im Amt zu bleiben. Müller-Wirtz ließ sich umstimmen. Doch was er nach den Kommunalwahlen macht, ist offen: "Ich werde dann wohl mehr Zeit haben", meint der 57-Jährige. Er wolle sich verstärkt in Gremien auch auf Kreisebene engagieren.

Einigen Genossen scheint das recht. Sie sehen, so sickerte durch, Müller-Wirtz lieber parteiintern aktiv als im Stadtrat oder Kreistag. Er selbst hofft, "vielleicht als sachkundiger Bürger wieder in den Rat Nettetals zu kommen". Zunächst indes müsse man bei den Wählern Vertrauen zurück gewinnen. Müller-Wirtz: "Der Bürger erwartet Zuverlässigkeit."

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