Nette-Ausschuss: Das Kulturangebot in Nettetal gewinnt immer mehr an Profil. Vom Land gibt’s Preise und Zuschüsse.

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„Dämonen“ zeigte Salvatore Minten bei der Ausstellung „Im Wind“ auf der Sequoiafarm, bei der 3000Besucher gezählt wurden.

„Dämonen“ zeigte Salvatore Minten bei der Ausstellung „Im Wind“ auf der Sequoiafarm, bei der 3000Besucher gezählt wurden.

Kurt Lübke

„Dämonen“ zeigte Salvatore Minten bei der Ausstellung „Im Wind“ auf der Sequoiafarm, bei der 3000Besucher gezählt wurden.

Nettetal. Eine Stadt mausert sich: Bemerkenswerte Entwicklungen macht Nettetal in Sachen Kultur, heimst dafür Preise und Zuschüsse ein, kann mit guten Zahlen aufwarten. Entsprechend lobten Politiker aller Fraktionen am Dienstagabend im Nette-Ausschuss die Arbeit der Macher der Nette-Agentur als "erfolgreich", "positiv", "schwungvoll". Ins Lob schlossen sie kritische und alternative Tendenzen ein.

Zahlen allein sind kein Gradmesser für Kulturarbeit, doch wichtig für die Stadt als Finanzgeber. So war die Werner-Jaeger-Halle bei den Theatervorstellungen der abgelaufenen Spielzeit zu 95Prozent ausgelastet, die Stadt musste nur 18000 Euro zuschießen- kalkuliert waren 48000Euro. Kulturdezernent Armin Schönfelder fand die Bilanz deshalb "durchaus zufrieden stellend".

Ein Aushängeschild ist zweifellos die Stadtbücherei, die durch Aktionen wie den Sommer-Lese-Club junge Menschen an Literatur und Kultur heranführt. Für das Projekt Bilinguale Bibliothek gibt’s laut Leiter Ulrich Schmitter Zuschüsse aus Landesmitteln.

Ein Preisgeld von 15000Euro gibt das Land NRW gar für’s Nettetaler Gesamtkonzept Schule und Kultur. Gefördert werden damit Projekte wie die integrative Kunstaktion der Hauptschule Kaldenkirchen: Zusammen mit Schülern einer sonderpädagogischen Gruppe und einem Künstler wird ein Werk erarbeitet, das mit Musik und Tanz öffentlich vorgestellt wird.

Kinderarbeit und Teppichsklaven sind Themen im Textilmuseum

Es müssen nicht immer die eigenen Aktionen sein, die die Bilanz auffrischen. Für die Ausstellung "Im Wind" in der Sequoiafarm etwa übernahm die Nette-Agentur lediglich die Organisation: Elf Nettetaler Künstler boten "selbstbestimmt" eine Alternative zur traditionellen städtischen Galerie-Aktion "Kunstszene", die unter umstrittenem Jury-Zwang leidet - und lockten über 3000Besucher an. Für Roger Dick von der Nette-Agentur "ein absolutes Highlight".

"Ein Markenzeichen" nannte Ausschuss-Vorsitzender Harald Post (CDU) das Textilmuseum Die Scheune, das sich zunehmend mit zeitkritischen Themen befasst wie Kinderarbeit, Globalisierung, Teppichsklaven. Die Scheune ist somit ein weiteres Beispiel für eine bemerkenswerte Entwicklung: Nettetals Kulturangebot, oft genug von Kritikern als bieder und unkritisch geschmäht, scheint sich endlich zu mausern.

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