Wie gehen die Jecken mit den Prognosen für die nächsten Tage um? Die WZ hat sich umgehört.

Wie gehen die Jecken mit den Prognosen für die nächsten Tage um? Die WZ hat sich umgehört.
Ein Spiderman vor St. Johannes in Anrath – und unter einem strahlend blauem Himmel. Das Foto entstand beim Tulpensonntagszug vor zwei Jahren.

Ein Spiderman vor St. Johannes in Anrath – und unter einem strahlend blauem Himmel. Das Foto entstand beim Tulpensonntagszug vor zwei Jahren.

Kurt Lübke

Ein Spiderman vor St. Johannes in Anrath – und unter einem strahlend blauem Himmel. Das Foto entstand beim Tulpensonntagszug vor zwei Jahren.

Kreis Viersen. Wetter und Brauchtum – sie gehören am Niederrhein naturgemäß zusammen. Mit Blick auf das Sturmtief im vergangenen Jahr – und die deswegen abgesagten Rosenmontagszüge – verfolgen die Menschen in der Region diesmal besonders interessiert die meteorologischen Prognosen. Und auch am vergangenen Altweiber-Donnerstag ging es sehr windig zu (Stichwort „Orkantief Thomas“). Die WZ hat sich bei Narren umgehört, wie sie mit dem Thema umgehen.

„In einer Plastiktüte eingepackt zu sein, sieht natürlich nicht so doll aus.“

Rainer Pasch, Kempener Prinz, hofft, dass er ohne Regenponcho auskommt.

Der Kempener Prinz Rainer Pasch zieht eine Wetter-App zu Rate. Und die zeige für die kommenden Tage „ganz erträgliche Werte“. Man hoffe, dass es irgendwie gut gehe, so Pasch. „Das ist Nutz-Optimismus. Wir haben ja schließlich keinen Einfluss aufs Wetter.“ In Vorbereitung auf den Rosenmontagszug hätten sich die Jecken mit durchsichtigen Regenponchos eingedeckt. „In einer Plastiktüte eingepackt zu sein, sieht natürlich nicht so doll aus“, gibt er zu. „Aber man hat einen gewissen Schutz.“ Auf dem Karnevalswagen gebe es zudem ein provisorisches Dach. Aber: „Bei starkem Wind ist das nicht zu gebrauchen.“

Wichtig für die fang-freudigen Zuschauer: „Auch das Wurfmaterial wird vor Regen geschützt“, betont Heiner Hermans, Chef der Kempener Prinzengarde. Grundsätzlich sei die Garde aber positiv gestimmt. „Wir packen keine Regenschirme ein“, so Hermans. Er gehe seit 1971 mit und könne sich an keinen Rosenmontagszug erinnern, an dem es heftig geregnet hätte.

Ein ähnlicher Optimismus herrscht im benachbarten Oedt, zumindest bei Werner Hörschkes. Der Hauptorganisator des heutigen Nelkensamstagszugs sagte kürzlich im Gespräch mit der WZ: „Wenn Engel ziehen, lacht der Himmel.“ Man habe den Zug nie absagen müssen – und das werde auch in seinem letzten Jahr nicht passieren. Der Hintergrund: Hörschkes (70) will seine Aufgabe nach sechs Jahren in jüngere Hände geben. Und falls der Himmel wider Erwarten doch weinen sollte? „Wir sitzen auf einem Planwagen“, erklärt der Organisator. „Dessen Dach kann man zum Kamelle-Werfen aufrollen – und bei Regen zurollen.“

Für Thomas Zachau von der Prinzengarde St. Tönis ist die Sache klar: „Wir haben auf jeden Fall Sonne im Herzen“, sagt er mit Blick auf den morgigen Tulpensonntagszug. Kommandeur Udo van der Vight ergänzt: Es muss nicht unbedingt die Sonne scheinen, aber es wäre schon schön, wenn es trocken bleibt.“ Für den Fall der Fälle haben die Gardisten stets ihre schmucken Umhänge dabei. „Vor einigen Jahren hat es mal den ganzen Zug lang geregnet. Als wir dann in der Rosentalhalle ankamen und unsere tropfenden Umhänge aufhängten, stand nachher alles unter Wasser“, erinnert sich Zachau.

Erinnerungen an vergangenen Rosenmontag – in Köln

Auch in Anrath ist morgen der große Tag. Mit dabei beim Tulpensonntagszug: Rainer Füsgen von den Schiefbahner Torfmöps, vor acht Jahren Prinz. Er ist seit etwa 35 Jahren dabei und „kann sich nur an zwei Jahre erinnern, in denen es Bindfäden geregnet hat“. Selbst da habe es Spaß gemacht. Seine Frau Petra fügt hinzu, dass das Wetter in dem Jahr, in dem das Ehepaar Füsgen Prinzenpaar war, auch ,bescheiden’ gewesen sei. Es habe zwar während des Umzugs nicht geregnet, aber es sei sehr kalt gewesen. Zum Schluss erzählt Füsgen noch ein Erlebnis aus dem vergangenen „Sturm“-Karneval: „Als wir am frühen Montagmorgen nach Köln gefahren sind, goss es wie aus Eimern. Wie sahen aus wie frisch geduscht.“ Doch kaum sei man in der Domstadt angekommen, habe sich die Sonne durchgesetzt. Sein Fazit: „Den Mutigen gehört die Welt.“

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