Bundesweit wächst die Geburtenrate – und die Thomasstadt liegt im Trend. Doch wie sieht es in anderen Kommunen im Kreis Viersen aus?

Bundesweit wächst die Geburtenrate – und die Thomasstadt liegt im Trend. Doch wie sieht es in anderen Kommunen im Kreis Viersen aus?
Viele Babys liegen zusammen auf der Neugeborenenstation eines Krankenhauses. Die WZ hat sich in Kempen, Willich, Grefrath und Tönisvorst umgehört und Zahlen gesammelt. Symbol

Viele Babys liegen zusammen auf der Neugeborenenstation eines Krankenhauses. Die WZ hat sich in Kempen, Willich, Grefrath und Tönisvorst umgehört und Zahlen gesammelt. Symbol

dpa

Viele Babys liegen zusammen auf der Neugeborenenstation eines Krankenhauses. Die WZ hat sich in Kempen, Willich, Grefrath und Tönisvorst umgehört und Zahlen gesammelt. Symbol

Kreis Viersen. „Demografischer Wandel“ und „Überalterung“ - diese Stichworte sind längst Dauerbrenner in der politischen Debatte. Denn Deutschland steht – da sind sich die meisten Politiker und Forscher einig – vor einer gewaltigen Herausforderung. Die Menschen werden immer älter. Im Verhältnis werden kaum Kinder geboren. Das wird zum Beispiel das Sozialsystem auf die Probe stellen.

Umso überraschender dürfte daher für viele eine Meldung aus den vergangenen Tagen gewesen sein. Die Geburtenrate wächst, so die Nachricht. Laut Statistischem Bundesamt stieg die Geburtenziffer im Jahr 2015 erstmals seit über 30 Jahren auf 1,5. Das bedeutet, dass jede Frau im Schnitt 1,5 Kinder bekommt.

Insgesamt kamen 2015 in Deutschland rund 738 000 Jungen und Mädchen zur Welt – 23 000 Neugeborene oder 3,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Das Statistische Bundesamt führt den Anstieg vor allem auf die Zuwanderung zurück. Denn die Geburtenziffer deutscher Frauen blieb fast unverändert. Die WZ hat die wachsende Geburtenrate zum Anlass genommen, nachzufragen, ob sich der Trend auch in den Städten und Gemeinden am Niederrhein abzeichnet.

Kempen: Erwartet werden 750 Neugeborene bis Jahresende

Am deutlichsten zeichnet sich die deutschlandweite Entwicklung in Kempen ab. Hier gab es 2010 insgesamt 488 Geburten, 2012 schon 580. Eine kontinuierliche Steigerung auf 675 Neugeborene im vergangenen Jahr folgte. In diesem Jahr vermeldet das Standesamt bereits 625 Geburten. „Voraussichtlich werden es bis Ende des Jahres 750“, so Christoph Dellmanns von der städtischen Pressestelle.

Besonders interessant: Die Todesfälle sind im gleichen Zeitraum nicht signifikant angestiegen. Die Zahl der Verstorbenen pendelte von 2010 bis 2014 zwischen 315 und 348.

Willich: Kein Trend, die Stadt meldet stabile Zahlen

Ein ganz anderes Bild in Willich: „Nein“, lautet die Antwort von Michael Pluschke aus der Pressestelle der Stadt, auf die Frage, ob Willich den Trend widerspiegele. „Die Geburtenrate schwankt bei uns in den letzten Jahren stabil zwischen 360 und 380 Geburten pro Jahr – wobei kein Trend in die eine oder andere Richtung auszumachen ist. Die Gesamtbevölkerungszahl bewegt sich ebenfalls stabil um die 51 000.“

Grefrath: In der Gemeinde gibt es eine konstante Steigerung

In Grefrath sind die Geburtenzahlen, ähnlich wie im Bundestrend, zuletzt konstant gestiegen. 2012 gab es 68 Neugeborene, im letzten Jahr 95. In diesem Jahr vermeldet die Niersgemeinde bereits mehr als 90 Geburten.

Allerdings war die Zahl der Sterbefälle in allen Jahren wesentlich höher. 2012 starben 184 Grefrather. 2015 waren es 213. Im laufen Jahr waren es bislang 148 Menschen. „Die Zahlen werden von hier beobachtet und zur Konsolidierung der derzeitigen Infrastruktur herangezogen“, sagt Harald Berloznik von der Gemeindeverwaltung.

Tönisvorst: Nur leichte Veränderungen erkennbar

In Tönisvorst gab es bei Geburten und Sterbefällen nur leichte Veränderungen. 2014 kamen 199 Jungen und Mädchen zu Welt, 2015 waren es 209. In diesem Jahr sind bis September 160 Geburten im Standesamt gemeldet worden.

Die Zahl der Verstorbenen ist leicht zurückgegangen – von 318 im Jahr 2014 auf 312 im Jahr 2015. Im Jahr 2016 gab es bis September 247 Sterbefälle.

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