Ein halbes Jahr haben die Händler an Markt- und Hochstraße Bauarbeiten ertragen müssen. Aber es habe sich gelohnt, finden viele.

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Der Radweg ist von der Straße nicht leicht zu unterscheiden.

Der Radweg ist von der Straße nicht leicht zu unterscheiden.

An der Hochstraße in Lobberich sind nun auch die neuen Bäume von Absperrungen befreit.

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Der Radweg ist von der Straße nicht leicht zu unterscheiden.

Lobberich. "Es ist wirklich sehr schön geworden. Und wenn die Bäume grün und groß sind, wird es herrlich aussehen." Thomas Leuf, Inhaber des Spielwarengeschäftes an der Marktstraße in Lobberich, ist begeistert- und mit dieser Meinung ist er nicht allein. Viele Einzelhändler an Markt- und unterer Hochstraße freuen sich, wenn sie durch ihre Schaufenster nach draußen sehen.

Das Pflaster ist nun ohne Stufen und damit behindertengerecht

Rund ein halbes Jahr wurde dort gebaut. Nun sind auch die letzten rot-weißen Absperrungen um die neuen Bäume verschwunden und die Innenstadt zeigt sich in neuer Pracht.

"Es ist nun behindertengerechter. Vorher haben sich die Kunden schon beschwert", sagt Thomas Leuf. Auch durch den Wochenmarkt, der nun dienstags auf dem Alten Markt steht, erhalte die Innenstadt eine ganz andere Atmosphäre.

"Es hat sich gelohnt", findet auch Melanie Matussek von der Buchhandlung Matussek an der Marktstraße. "Man hat nun mehr Platz zum Laufen, es ist großzügiger." Während andere Inhaber besonders Richtung Marktplatz fehlende Parkmöglichkeiten bemängeln, sieht Melanie Matussek darin an der Marktstraße kein Problem. "Es waren vorher auch nicht sehr viele Parkplätze. Die sind nun nur anders verteilt."

Auch Inge Schmitz von Elektro Schmitz an der Hochstraße ist zufrieden: "Die Straße hat Stil und Atmosphäre bekommen." Mit Blick auf die neuen Beleuchtung, macht sie sich allerdings Gedanken über die Weihnachtsbeleuchtung: "Die Laternen sind zu niedrig. Da können wir unsere alten Ketten nicht aufhängen, sonst würden Lkw daran hängenbleiben." Wenn es an den Bäumen einen Stromanschluss gäbe, hätte man dort wenigstens Lichter anschließen können. Nun müsse man über eine neue Variante nachdenken.

"Die Bauzeit war hart. 30 bis 40 Prozent des Umsatzes fehlten. Das muss jetzt wieder reinkommen."

UlrikeGerits, Inhaberin Papierboutique, Hochstraße

Nach dem Umbau von Marktplatz und Burg-/Robert-Kahrmann-Straße hatten im März die Arbeiten an der unteren Hoch- und der Marktstraße begonnen. Zunächst wurde Kanal und Versorgungsleitungen verlegt, dann folgten der Ausbau von Fahrbahn und Gehweg.

Die Gesamtkosten für den Straßenausbau liegen bei 500 000 Euro. Davon übernehmen die Anlieger 150 000 Euro. Das Land Nordrhein-Westfalen fördert die Maßnahme mit 188 000 Euro aus Mittel der Stadterneuerung. Die Stadt zahlt 162 000 Euro.

"Es sieht gut aus", sagt Gisela Anstötz vom Schuhgeschäft An-stötz an der Hochstraße. Allerdings habe sich der Verkehr noch nicht richtig eingespielt. Noch fehlten Schilder, die insbesondere das Parken regeln. "Außerdem hätte der Fahrradweg besser von der Straße abgetrennt werden müssen", sagt Anstötz. Auch würde ihr Schrittgeschwindigkeit für die Autos besser gefallen.

Laut Stadtverwaltung sind die Verkehrsschilder bereits geliefert. Die Firma Hamelmann installiert sie nach dem Ferkesmarkt. An der Hochstraße werden dann in Fahrtrichtung rechts auch noch Stellplätze markiert und mit "P"-Zeichen versehen.

Die Geschäftsleute loben die Zusammenarbeit mit der Stadt

Alle sind froh, dass die Bauzeit nun vorüber ist. Thomas Leuf lobt den Verlauf der Arbeiten: "Die Eingänge waren immer irgendwie zugänglich. Behinderungen wurden aufs Kürzeste begrenzt. Besser hätte es nicht laufen können." Wenn es Probleme gab, habe die Stadt immer ein offenes Ohr gehabt.

Mit dem Kundenverhalten während der Bauarbeiten haben die Geschäftsleute ganz unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Viele haben durchaus einen Umsatzrückgang bemerkt. "Viele Kunden sind einfach nicht gekommen", sagt Gisela Anstötz. Gerade älteren Menschen sei der Weg zu gefährlich gewesen. Auch in der Papierboutique an der Hochstraße ist die Laufkundschaft ausgeblieben, sagt Inhaberin Ulrike Gerits: "Die Bauzeit war schon hart. 30 bis 40 Prozent des Umsatzes fehlten. Das muss jetzt wieder reinkommen."

Und da setzen die Inhaber besonders auf den Ferkesmarkt am Wochenende, der die Besucher in die Innenstadt locken soll.

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