Nach einem Schlaganfall sind Patienten und Angehörige oft auf sich gestellt. Das wollen die Mitarbeiter von Nette-Vital ändern. Der erste Schritt: ein Informationstag.

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Im Lobbericher Krankenhaus erklären Mitarbeiter des Gesundheitszentrums Nette-Vital einen Balanciertrainer für die Rehabilitation.

Im Lobbericher Krankenhaus erklären Mitarbeiter des Gesundheitszentrums Nette-Vital einen Balanciertrainer für die Rehabilitation.

Kurt Lübke

Im Lobbericher Krankenhaus erklären Mitarbeiter des Gesundheitszentrums Nette-Vital einen Balanciertrainer für die Rehabilitation.

Lobberich. Mit so viel Zuspruch hatten die Macher des ersten Nettetaler Schlaganfalltages nicht gerechnet. Bestuhlt war für 60 Zuhörer, am Ende informierten sich rund 110 Interessierte in den Räumen von Nette-Vital über das Thema Hirnschlag. "Aufklärung" sei das Gebot der Stunde, sagt Initiator Michael Weber, der bei Nette-Vital als Physiotherapeut arbeitet.

Patienten und Angehörige sollen angemessen betreut werden

Er will ein Kompetenznetzwerk schaffen, das Betroffene ganzheitlich betreut und versorgt: "Wir müssen Strukturen schaffen", ist sich Weber sicher. Kreisweit gab es bislang kein entsprechendes Netzwerk. Die Folge: Patienten und Angehörige waren auf sich allein gestellt, mussten sich vom Logopäden bis zur Physiootherapeutin um alles selber kümmern.

Diese umfassenden, teils unübersichtlichen Angebote und Möglichkeiten sollen jetzt für Patienten und Angehörige gebündelt werden. Experten berieten und informierten in sechs Vorträgen, Nette-Vital-Betriebsleiter Klaus Schmitz moderierte. "Wir möchten Gesundheit eine Heimat geben", sagt er selbstbewusst. Jörg Schneider, Geschäftsführer des Städtischen Krankenhauses Nettetal, begrüßte die Initiative: "Eine hervorragende erste Hilfestellung wird dringend benötigt."

Das heißt: Die akute Versorgung im Ernstfall und die Stationen im Leben nach dem Schlag sollen aus einer Hand kommen. Für Schneider ist vor allem eines wichtig: "Vorsorge!" Das bestätigt Krankenschwester und Diabetesberaterin Ivonne Kalkbrenner auf Anfrage: "Viele kommen erst, wenn es zu spät ist. Alles, was nicht weh tut, gilt nicht als Krankheit."

"Viele kommen erst, wenn es zu spät ist. Alles, was nicht wehtut, gilt nicht als Krankheit."

Ivonne Kalkbrenner, Krankenschwester und Diabetesberaterin

"Aufklärung statt Verdrängung" war das Motto an ihrem Stand, wo Blutzucker und -druck gemessen wurden. "Blutwerte können Indikatoren für einen Schlaganfall sein", sagt sie. Schlechte Werte sind ein körpereigenes Alarmsignal, dann mindern Bewegung, gesunde Ernährung und Abnehmen das Risiko zum Schlaganfall.

2009 wurden ins Nettetaler Krankenhaus 64 Patienten mit der Diagnose Schlaganfall eingeliefert.

Nette-Vital informiert im Internet und unter Tel. 02153/1259050.

Das Rundum-Infopaket reichte von der Psychologie über die Innere Medizin bis zu Physio- und Ergotherapie. Auf dem Premierenerfolg soll ein zweiter Schlaganfalltag kommen. Das freute Initiator Michael Weber, der seine Erfahrungen in dem Buch "Leben nach dem Schlag" gesammelt hat. Es erscheint im Herbst.

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