Einsatz: An der Neustraße in Grefrath wurden die Tiere wegen schlechter Haltung aus einem Haus geholt. Jetzt sind sie im Tierheim Lobberich.

Grefrath/Lobberich. "Die Käfige und Volieren waren hochgradig verschmutzt, Trinkwasser nicht vorhanden. Über 100 Vögel und Nagetiere befanden sich in einem erbärmlichen Zustand", so beschreibt Helmut Theißen die Situation in einem Haus an der Neustraße in Grefrath. Durch eine Anzeige war der Leiter des Kreisveterinär-Amtes auf diese nicht artgerechte private Tierhaltung aufmerksam gemacht worden.

Die Mitarbeiter des Amtes griffen am Montag sofort ein. Nachdem sie zuvor vom Bauhof der Gemeinde Grefrath ein Fahrzeug zur Verfügung gestellt bekamen - weil ein eigenes gerade nicht zur Verfügung stand.

"Die Schäden an den Tieren waren zum Teil so gravierend, dass 30 eingeschläfert werden mussten."

Helmut Theißen, Leiter Kreisveterinär-Amt

In dem Haus lebten über 100 Vögel und Nagetiere verschiedener Arten. Theißen: "Die durch die Haltungsbedingungen verursachten Schäden an den Tieren waren zum Teil so gravierend, dass 30von ihnen eingeschläfert werden mussten."

Bei den Tieren handelt es sich um 18 auch als Strauchratten bekannte Degus, 17 Wellensittiche, elf Nymphensittiche, elf Zebrafinken, zehn Kanarienvögel, acht Agapornis (kleine afrikanische Papageien), vier Bourke- und zwei Pennant-Sittiche. Die Tiere wurden ins Matthias-Neelen-Tierheim nach Lobberich gebracht. Und der Fall wird an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet.

2005 wurden 73 Hunde in Grefrath befreit

Dieser Einsatz war nicht der erste dieser Art in Grefrath. Im Juni 2005 wurden 73 Hunde aus einem Gehöft in Vinkrath an der Paas geholt. Darunter waren 44 Welpen, von denen später einige starben. Auch damals nahm das Tierheim in Lobberich die Vierbeiner auf.

Dienstag, Mittwoch und Donnerstag von 16 bis 18.30 Uhr, Freitag von 15 bis 18Uhr sowie Samstag von 14 bis 16 Uhr. Sonntag und Montag ist das Tierheim geschlossen.

Lobberich, Flothend 34, Tel.02153/3785.

Weitere Informationen - auch zur Vermittlung der Grefrather Tiere - gibt es beim Kreis unter Tel.02162/391309.

Von den jetzt beschlagnahmten Vögeln und Nagetieren wurden Proben entnommen, um ihren Gesundheitszustand zu ermitteln. "Bis zum 15. Juli haben wir die Ergebnisse und die Tiere sind wieder aufgepäppelt. Dann können sich Interessenten im Tierheim melden", sagte gestern Theißen auf WZ-Anfrage.

Der unerwartete Zuwachs ist für das Tierheim eine arge Belastung. Das Haus im Flothend 34 platzt aus allen Nähten. Denn gerade zur Urlaubszeit finden dort viele Tiere Zuflucht. Das sind zurzeit 20 Hunde, 110 Katzen sowie etwas über 100 Kleintiere - inklusive der Grefrather.

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