Die Sieger wurden nun ausgezeichnet und erhielten viel Lob von der Jury.

Literaturwettbewerb
Die Jury und die Gewinner des Literatur-Wettbewerbs in der Paterskirche.

Die Jury und die Gewinner des Literatur-Wettbewerbs in der Paterskirche.

Kurt Lübke

Die Jury und die Gewinner des Literatur-Wettbewerbs in der Paterskirche.

Kempen. Preisverleihungen sind oft eine zähe Angelegenheit. Als am Freitagabend die Sieger des 3. Kempener Literaturwettbewerbes von Stadt und Buchverlag Kempen (mit Beteiligung der WZ) gekürt wurden, hielten sich die Veranstalter rund um Verleger Hans-Jürgen van der Gieth glücklicherweise getreu an das Motto, das sie zuvor ausgerufen hatten: Augenblicke.

Weniger Teilnehmer als in den Vorjahren

Denn die kurzweilige Prämierung in der Paterskirche lebte von kurzen literarischen Beiträgen mit hoher Qualität. „Bei diesen jungen Leuten braucht es uns nicht bange zu werden“, lobte van der Gieth. Im Vergleich zu den Vorjahren war deren Zahl deutlich niedriger, was der Verleger bereits im Vorfeld mit der Vorgabe eines festen Themas begründet hatte.

In der Kategorie Prosa von Kindern (elf bis 13 Jahre) überzeugte die Jury der Text der 13-jährigen Tara Meister. Die junge Kärntnerin aus St. Veit an der Glan trug ihre philosophische Kurzgeschichte mit einem sehr charmanten österreichischen Akzent vor.

Die Jury bescheinigte Tara Meister ein „hohes Maß an Kreativität“. „Ich mag die Macht, Sachen entstehen zu lassen und zu verändern“, sagte die 13-Jährige. Derzeit schreibt sie an ihrem ersten Fantasy-Roman.

Nicht ganz so einfach gestaltete sich die Suche nach einem Sieger in der Kategorie Prosa von Jugendlichen. „Es gab nicht den alles überragenden Text“, erklärte Jury-Mitglied Axel Küppers. Deshalb gebe es mit Ann Sophie Müller, Jasmin Reynders und Miriam Köhler drei Gewinner.

Prosa/Kinder elf bis 13 Jahre: 1. Tara Meister („Quelle der Erinnerung“), 2. Mona Meister („Gesang“), 3. Sophia Janke („Das unheimliche Tagebuch“);

 

Prosa/Jugendliche: Ann Sophie Müller, Jasmin Reynders und Miriam Köhler (keine Platzierung);

 

Prosa/Erwachsene: 1. Jasmin Weiher („Mechanische Momente“), 2. Markus Fegers („Boule spielen“), 2. Dagmar Höner („Die Augenblicke bleiben“);

 

Lyrik/Jugendliche: 1. Apolonia Gottwald („Fundstück“), 2. Johanna Thyssen („Le suicidio“), 3. Tobias Mark („Die Blumenwiese“);

 

Lyrik/Erwachsene: 1. Ulf Großmann („Elbeflut und später“), 2. Marlies Blauth („Wandlung“), 3. Uwe Brosch („Aberlied“).

Die Sieger-Texte werden in einer Anthologie veröffentlich. Laut Hans-Jürgen van der Gieth ist diese für fünf Euro überall im Buchhandel erhältlich.

In der Kategorie Prosa von Erwachsenen stach Jasmin Weiher heraus. Ihre Geschichte „Mechanische Momente“ gehört zur literarischen Strömung „Steampunk“ und setzte sich gegen 90 andere Texte durch. Die Jury attestierte ihr einen „humorvollen, einfühlsamen, frischen und klaren Stil“.

„Dieser Preis zeigt, dass Kempen in Sachen Literatur eine Bedeutung hat.“

Volker Rübo, Bürgermeister

„Steampunk“ zeichnet sich dadurch aus, dass eine futuristische Welt geschildert wird, in der jedoch Elemente aus dem viktorianischen Zeitalter in England dominieren. Weihers Text beschreibt eine Situation rund um einen Zeppelin-Absturz. Den zweiten Platz teilen sich Markus Fegers und Dagmar Höner.

Die 17-jährige Apolonia Gottwald siegte in der Kategorie Lyrik für Jugendliche bis 17 Jahre mit dem Achtzeiler „Fundstück“, in dem sie prägnant den Gegensatz von Natur in einer mechanischen Welt erfasst. Laut Jury wird damit ein Augenblick auf den Punkt gebracht. „Das ist ein gutes Beispiel dafür, dass Literatur intelligent unterhalten kann“, meinte van der Gieth.

Das gelang auch Ulf Großmann, der in der Kategorie Lyrik von Erwachsenen mit „Elbeflut und später“ nach Ansicht der Jury „Kopfkino“ auslöst und mit einer „Handvoll Wörter Menschen berührt“.

Schreiben ist auch in Zeiten von Facebook elementare Technik

Bürgermeister Volker Rübo beglückwünschte die Sieger und meinte: „Dieser Preis zeigt, dass Kempen in Sachen Literatur eine Bedeutung hat und dass Schreiben eine elementare Technik auch in Zeiten von Facebook ist.“

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