Netteverband: Mit speziellen Geräten wird die Pflanze aus der Nette beseitigt. Denn sie verhindert, dass genug Wasser durchfließt.

Leuth. Mit seltsam anmutenden Geräten ist der Netteverband in diesen Tagen zwischen De-Witt-See und Leuther Mühle aktiv: Ein Amphibien-Fahrzeug mit zwei Mähbalken, das sich mittels Schiffsschraube und Raupenketten bewegen kann - und das zur Stabilisierung mit Abwasserrohren aus dem Baumarkt verstärkt ist.

"Die Wasserpest kommt massenhaft vor."

Volker Dietl, Netteverband

Dazu ein so genanntes Räumboot: ein aus zwei Kähnen bestehendes Ponton, dessen selbst gebastelter Krautfänger aus Absperrgittern und Kaninchendraht besteht- und der von einem Außenbordmotor angetrieben wird. Selbst der Bagger am Flußufer ist nicht ganz normal: An die Schaufelspitze wurde noch ein Gitter aus Stahl geschweißt.

Mit diesen Gerätschaften rücken die Männer vom Netteverband einer Pflanze mit dem furchterregenden Namen Wasserpest zu Leibe. Denn die ist schuld, dass zu wenig Wasser in zwei der vier Krickenbecker Seen (Schrolik und Poelvenn) sowie in den Graben von Schloss Krickenbeck fließt. Und auch für die Fischtreppe an der Leuther Mühle kommt zu wenig Nass durch.

Die Wasserpest wird schon seit zwei Jahren am De-Witt-See beobachtet. Im Sommer 2008 stellte der Netteverband sie erstmals in der Nette fest. "Aber dass sie massenhaft vorkommt, das haben wir erst jetzt festgestellt", sagt Volker Dietl, Geschäftsführer des Netteverbands. Und das macht die Pflanze zum Problem: Auf dem Kilometer zwischen See und Mühle hat sie sich dermaßen ausgebreitet, dass das Wasser kaum noch durchfließen kann.

Vom befreundeten Erftverband haben sich die Nettetaler für ein paar Tage ein Mähboot ausgeliehen. Mit einem senk- und einem waagerechten Mähbalken schneidet es eine etwa fünf Meter breite Schneise in die Wasserpest-Kultur der an dieser Stelle etwa zehn Meter breiten Nette. Mit dem Räumboot wird die "Ernte" in Richtung Bagger bugsiert, der die Pflanzen auf einen Anhänger lädt. Endstation ist dann auf einem Acker.

Das Kuriose an der Wasserpest: Sie ist ein Zeichen dafür, dass die Wasserqualität der Nette langsam besser wird. Jetzt gilt es sie aber einzudämmen, bis sich andere, laut Dietl wertvollere Pflanzen angesiedelt haben. Ob das klappt, muss sich erst noch herausstellen. Denn die Wasserpest hat eine unangenehme Eigenschaft: Wenn es warm genug ist, vermehrt sie sich pro Woche um 15Prozent. Sprich: In zwei Monaten könnte der eine Kilometer zwischen Leuther Mühle und De-Witt-See wieder zugewachsen sein. "Wir werden die Entwicklung genau beobachten und schauen jetzt mal, was passiert", gibt sich Dietl locker. Im Fall der Fälle müssen eben Bagger, Mäh- und Räumboot noch einmal ran...

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