Am Niederrhein haben viele Orte ihr eigenes karnevalistisches Signal. Wir haben uns umgehört und elf davon zusammengestellt.

Am Niederrhein haben viele Orte ihr eigenes karnevalistisches Signal. Wir haben uns umgehört und elf davon zusammengestellt.
Ganz auf Lauch eingestellt sind die Hülser.

Ganz auf Lauch eingestellt sind die Hülser.

Früh übt sich: Auch die jüngsten Jecken kennen schon den jeweiligen Schlachtruf – wie in diesem Fall den Klassiker „Helau“.

Bischof, Bild 1 von 2

Ganz auf Lauch eingestellt sind die Hülser.

Niederrhein. Was wäre der Karneval ohne seine Schlachtrufe? Deutschlandweit sind „Helau“ (unter anderem in Willich) und „Alaaf“ am bekanntesten, doch gerade am Niederrhein gibt es zahlreiche närrische Jubel-Versionen, die alle ihre ganz eigene Geschichte haben. Wir haben elf davon zusammengetragen:

„Zent Huppert Kaak“ – in St.Hubert wählte die Karnevalsgesellschaft diesen Schlachtruf. Das „Kaak“ steht für das Geräusch der Krähen, von denen es früher viele im Dorf gab. „Rot und Blau, Kempen Helau“ – der Schlachtruf der Kempener lehnt sich an die Farben der Stadt an. „Halt Pohl“ – das bedeutet soviel wie „Halt die Stange“ und wird in Mönchengladbach gerufen.

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„Gloria Tibi Dülken“ – der Dülkener Schlachtruf kommt aus dem Lateinischen und heißt übersetzt „Ehre sei dir Dülken“. „Breetlook“ – Porree ist bzw. war das Lokalgemüse der Hülser, weswegen die Jecken dort die damals geläufige Bezeichnung zu ihrem Schlachtruf machten. „Klappertüüt“ – das ist der lokale Name für das Gericht Panhas, eine am Rhein beliebte Kochwurst, und der Schlachtruf in St.Tönis. „All Rheydt“ – die Rheydter erlauben sich einen kleinen Wortwitz und machen aus „Alle Rheydter“ die englische Bezeichnung „All right“. „Maak möt“ – „macht mit!“ Das fordern die Karnevalisten in Niederkrüchten. „Muure Soat“ – in Süchteln hat der Schlachtruf eine historische Herkunft und bedeutet Möhrensalat. Gewählt wurde er, da man in Süchteln Mitte des 19. Jahrhunderts eine eigene Möhrenart züchtete und der „Süchtelner Möhrensalat“ anschließend in aller Munde war.

„Maar Moot“ – knackig und kurz ruft man in Hardt „Habe Mut!“

„Ferkes Tönn“ – der Schlachtruf in Tönisberg entstand in Anlehnung an den Schutzpatron der Bauern und deren Nutztiere und ist ein umgangssprachlicher Name für Antonius den Großen.

Zahlreich gerufen werden die Schlachtrufe auch in diesem Jahr wieder. Der Auftakt wurde bereits traditionell am Sonntag vor Altweiber mit dem Zug in Tönisberg gemacht. Am Tulpensonntag finden die Züge in Anrath (13.11 Uhr) und St. Tönis (14.11 Uhr) statt.

Am Rosenmontag ziehen Kinderzüge durch Neersen (14.11 Uhr) und Vinkrath (11.11 Uhr). In Süchteln geht es um 10.11 Uhr los, in Dülken um 13.11 Uhr. Am Veilchendienstag ziehen Schulkinder in St. Hubert (10.11 Uhr). Auch in Hüls (14.11 Uhr) und besonders groß in Mönchengladbach (ab 13.11 Uhr) wird auf den Straßen gefeiert.

Dann sind viele Narren-Stimmen heiser – und mit Rufen ist erst einmal Schluss. Bis zur nächsten Session.

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