Die frühere Geschäftsführung wird von Volker Rübo kritisiert: Man habe sich zu spät um einen Verbund bemüht.

hospital
Sie äußerten sich am Donnerstagabend zur Situation des Hospitals: Bürgermeister Volker Rübo (CDU), ...

Sie äußerten sich am Donnerstagabend zur Situation des Hospitals: Bürgermeister Volker Rübo (CDU), ...

... Dr. Hermann Thielen (zweiter Vorsitzender Mitarbeitervertreung im Hospital),...

...Udo Kadagies (FWK) und...

...Irene Steeger (SPD).

WZ-Archiv, Bild 1 von 4

Sie äußerten sich am Donnerstagabend zur Situation des Hospitals: Bürgermeister Volker Rübo (CDU), ...

Kempen. Krankenhaus, Klosterhof, Kunstrasenplatz, Schullandschaft und Leben im Alter – es gibt viele Themen, denen sich die CDU auch im kommenden Jahr stellen möchte. Das sagte die Vorsitzende Eva Theuerkauf bei der Mitgliederversammlung im Kolpinghaus am Donnerstagabend vor rund 50 Christdemokraten. Trotz der Themenvielfalt: In der Diskussion war es das Hospital, das die Gemüter erhitzte. Der Fraktionsvorsitzende Wilfried Bogedain hatte eine Erklärung verlesen lassen, weil er selbst nicht an der Versammlung teilnehmen konnte (die WZ berichtete). Aus eigener Erfahrung könne er berichten, dass die Zusammenarbeit zwischen Ärzten und dem Pflegedienst hervorragend sei.

Bürgermeister ist bei der Träger-Suche zuversichtlich Der ehemalige Bundestagsabgeordnete Julius Louven schloss sich dem Lob an. „Ich kann von diesem Haus nur das Beste sagen.“ Er bezweifelte jedoch, dass die Zusammenarbeit zurzeit tatsächlich so gut sei. Bürgermeister Volker Rübo zeigte sich optimistisch, dass das Krankenhaus eine Zukunft hat: „Baulich sind wir gut aufgestellt.“ Es müssten noch Hürden genommen werden, aber er sei zuversichtlich, dass man bei der Träger-Suche in den nächsten Wochen Vollzug melden kann. „Die Kooperationen in der Krankenhauslandschaft fingen vor 15 Jahren an“, warf CDU-Mitglied Klaus Knabben ein. Das Thema sei in Kempen verschlafen worden. Auch habe man versäumt, das Mobiliar auszutauschen.

In acht „Thesen“ bekunden die Freien Wähler Kempen (FWK) ihre Solidarität mit dem Hospital. Darin ist auch ein Appell an die Bürgerschaft zu finden: „Als Kempener Bürger sollten wir gerade jetzt das Kempener Hospital nutzen und unterstützen.“

Der Tönisvorster Jörg Frick (Kreistagsmitglied der Unabhängigen Wähler Kreis Viersen) äußerte sich bei der Versammlung in St. Hubert zum Hospital. Er regte für die FWK an, die Kempener Bürger zur Situation des Krankenhauses zu befragen. „So könnte man zum Beispiel herausfinden, welche Trägerschaft sich die Bürger fürs Krankenhaus wünschen“, so Frick. Über das Thema könnten die FWK mit den Bürgern in Kontakt treten. Frick: „Der Wahlkampf beginnt nicht erst 2014.“

Rübo gestand ein, dass Fehler gemacht wurden. Man habe sich zu spät um einen Verbund bemüht. Man habe dem „hochbezahlten“ Geschäftsführer vertraut. „Leider haben wir feststellen müssen, dass das Kempener Krankenhaus im Blindflug geführt worden ist.“ Die Krankenhauslandschaft sei ein Haifischbecken. Aber lange habe man gedacht, man könnte alleine bestehen.

Julius Louven: Zu viele Betten im Kreis Viersen Julius Louven gab zu bedenken, dass sich die Krankenhauslandschaft verändert habe. „Es gibt zu viele Krankenhausbetten im Kreis. Man kann nur hoffen, dass Kempen sich behaupten kann.“

„Es fehlt bei uns an keiner Tablette.“

Dr. Hermann Thielen, MAV des Hospitals Auch bei der offenen Versammlung der Freien Wähler Kempen (FWK) stand das Thema Hospital im Mittelpunkt. Dr. Hermann Thielen, stellvertretender Vorsitzender der Mitarbeitervertreung (MAV) im Hospital, war der Gastredner in den St. Huberter Poststuben. Und es gab auch einen Gast der SPD: Ratsfrau Irene Steeger (Mitglied im Hospital-Kuratorium) nahm an der FWK-Versammlung teil. „Mir ist es wichtig, darzustellen, dass das Hospital vollständig einsatzfähig ist“, sagte Hermann Thielen. „Es fehlt bei uns an keiner Tablette.“ Die öffentliche Abrechnung des Ärztlichen Leiters, Laurentius Kolodziej, in der WZ habe Thielen „sehr betroffen gemacht“. So etwas schade den Mitarbeitern. Deshalb ging der Urologe auch nicht auf Bürger ein, die bei den FWK nach der Verantwortlichkeit des Aufsichtsrates fragten. Thielen: „Da habe ich keinen Einblick und das ist auch nicht mein Thema.“ FWK-Fraktionschef Udo Kadagies pflichtete Thielen bei: „Es geht nicht um Schuldzuweisungen, sondern um die Zukunft des Krankenhauses.“ Und auch Irene Steeger (SPD) wies Kritik am Aufsichtsratsvorsitzenden zurück: „Man muss nicht immer mit Herrn Hensel einer Meinung sein, aber er setzt sich bedingungslos für die Rettung des Hospitals ein.“

Mitarbeiter sollen vorerst aufs Weihnachtsgeld verzichten Die Rettung sei nur möglich, wenn die Bürger das Hospital weiter unterstüzen, so Thielen: „Kommen Sie weiter ins Krankenhaus und lassen sich von uns behandeln.“ Die Mitarbeiter würden alles für den Erhalt des Hospitals tun. Es stehe im Raum, dass die Belegschaft vorerst aufs Weihnachtsgeld verzichtet. „Es gab eine Anfrage der Geschäftsführung, das Weihnachtsgeld 2011 im kommenden Jahr gestundet auszuzahlen“, bestätigte Thielen. Dies müsse aber jeder Mitarbeiter individuell entscheiden, weil es tarifrechtlich nicht möglich sei. Zur Erinnerung: Die Arbeitsrechtliche Kommission hatte einen entsprechenden Antrag des Hospitals bereits abgelehnt. Wenn aber ein Teil der Mitarbeiter doch auf das Weihnachtsgeld verzichte, würde es der kurzfristigen Liquidität des Hauses helfen. Eine Entscheidung soll in den nächsten Tagen fallen.

Leserkommentare (7)


() Registrierte Nutzer