Der Pianist Matthias Kirschnereit begeisterte das Publikum in der Paterskirche.

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Matthias Kirschnereit bei seinem Auftritt in Kempen.

Matthias Kirschnereit bei seinem Auftritt in Kempen.

Lübke

Matthias Kirschnereit bei seinem Auftritt in Kempen.

Kempen. Verhalten geht es los, dann entwickelt sich die Fantasie d-moll KV 397 von Wolfgang Amadeus Mozart: Eine volksliedhafte Melodie leuchtet auf, schnelle rhythmische Bewegungen, sehr kurze virtuose Tonkaskaden, immer wieder ein neuer Einfall.

Matthias Kirschnereit begann am Sonntag seinen Klavierabend in der Paterskirche mit dieser Mozart-Fantasie. Er gestaltete sie so, als empfinde er jene plötzlichen Einfälle Mozarts mit: leise zu Beginn, virtuos, tastend, klar.

Kirschnereit spielte die Kinderszenen op.15 von Robert Schumann. Jenen Zyklus, den der Experte auswendig kennt – die Erwartungshaltungen sind entsprechend hoch. Kirschnereit suchte eine eigene Deutung.

Er betonte die leise Sensibilität der einzelnen Stücke, ließ die temperamentvollen sich austoben und kehrte zu einer verhaltenen Interpretation von „Der Dichter spricht“ zurück. Die Gegensätzlichkeit wurde hervorgehoben.

Einen anderen Klangraum öffnete der Pianist mit der Interpretation der „Sonate op. 22 Nr. 1“ von Alberto Ginastera. Spanische Rhythmen versteckten sich in intensiven Melodiefetzen, manchmal schien ein Tango zu erklingen: kraftvoll, dann wieder leise, anregend und rasant.

Zuletzt spielte Kirschnereit die „Sonate a-moll op.42“ von Franz Schubert. Ein grandioses Stück voller Gegensätze, melodischer Facetten, plötzlicher Brüche, beglückender Phrasen, mit tänzerischen Elementen, wandelbar in den einzelnen Passagen. Kirschnereit musizierte subtil und kraftvoll und begeisterte durch die Intensität seines Spiels.

Das Publikum erklatschte sich weitere Zugaben von Chopin und Debussy. Ein Klavierabend, der in Erinnerung bleibt.

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