Niasony Okomo kreuzt die Musikstile zum Weltsound.

konzert

Reimann, Friedhelm (rei)

Kempen. Es gibt Gefühle, die gehen über das, was wir sehen, hinaus. Diese inneren Kräfte sind es, die Niasony Okomo musikalisch antreiben. Folglich hielt die aus dem Kongo stammende Sängerin ihre Augen beim Auftritt in der Musikkneipe Stradivari oft geschlossen. Einzig ihre Mimik verriet Qualen und Lust, welche die Wahl-Kempenerin dabei durchlebt.

Intensive Präsenz und Musikalität wie aus einem Guss

„Afroplastique“ nennt Okomo den Stil, der afrikanische Tradition mit westlicher Musikkultur verbindet. Nach dem hörenswerten Support der Gitarristin und Sängerin Alexandra Vitz betraten Okomo und ihr „Maoba Project“ die Bühne. Vitz trat dabei als Background-Sängerin in Erscheinung. So unglaublich elegant sich die neunköpfige Gruppe auf kleinem Platz arrangierte, so intensiv waren Präsenz und Musikalität.

„Mbote“ hauchte Niasony Okomo ins Mikrofon, sagte in ihrer Muttersprache Lingala „Hallo“ ans Publikum. Was folgte, ist ein in die Beine gehender Groove, der vom straffen Off-Beat getragen wurde. Dass drei Gastmusiker lange Teil der „Jinjin“-Reggaeband sind, verriet ihr routiniertes Zusammenspiel wie aus einem Guss.

Die durchweg stark besetzte Gruppe transportierte Emotion in klangvoller Vielfalt. Dazu gehörten knackige Percussion und ska-lastige Trompete (Okomos Mann Tom) wie auch die tiefenentspannte Rhythmussektion. Virtuoses Saxophonspiel und der kernige 1970er Jahre-Keyboard-Sound machten die musikalische Weltreise perfekt.

„Nasina“ heißt die erste Single des in Arbeit befindlichen ersten Albums, das bald erscheint. Wer Funk, Reggae oder Soukous-Rhythmen mag, kommt dabei voll auf seine Kosten. kr

Niasony Okomo wurde 1973 im Kongo geboren und emigrierte als 13-Jährige. Ihr Bruder wurde 2007 abgeschoben. Hilfe nach dieser Krise fand sie in der Musik, womit sie auf die Situation im Kongo (Korruption, Mord) hinweist.

Okomo und ihr „Maoba Project“ treten am 18. Mai im Südbahnhof, Saumstraße 9, in Krefeld auf.

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