Die Möhnen machten einen jecken Vorschlag: Bürgermeister Volker Rübo soll Prinz werden.

altweiber im rathaus
Prinz Peter I. schunkelte am Donnerstag zum letzten Mal mit den Kempener Möhnen im Rathaus.

Prinz Peter I. schunkelte am Donnerstag zum letzten Mal mit den Kempener Möhnen im Rathaus.

Die Möhnen machten aus Volker Rübo (Prinz), Stephan Kahl (Bauer) und Ulrich Eckerleben (Jungfrau) das Kempener Dreigestirn.

Lübke, Kurt (kul), Bild 1 von 2

Prinz Peter I. schunkelte am Donnerstag zum letzten Mal mit den Kempener Möhnen im Rathaus.

Kempen. Das hätte sich Prinz Peter I. (Croonenbroeck) sicher nicht so vorgestellt: Ausgerechnet bei seinem letzten Altweiber-Auftritt im Kempener Rathaus wurde er von den Möhnen im Stich gelassen. Pünktlich um 12 Uhr stand Peter mit seiner Prinzessin Marianne I. samt Gefolge auf der Bühne. Und wer fehlte? Die Möhnen.

Und somit fehlte auch der Herr des Hauses, Bürgermeister Volker Rübo, beim Auftritt des Prinzenpaares. Denn er wird eigentlich traditionell von den alten Weibern aus dem ersten Stock des Rathauses ins Foyer gezerrt. Diesen Part übernahm dann kurzerhand Karl-Heinz Hermanns, Alt-Bürgermeister und Ehrenbürger der Stadt. Er schickte Rübo auf die Bühne.

„Ein Teil des neuen Klosterhofes soll für Euch als Residenz reserviert werden.“

Möhne zum Dreigestirn Rübo, Kahl und Eckerleben

Und dann bequemten sich auch die Rathaus-Möhnen zu den Feiernden. Die Weiber wiederholten das Abholen von Rübo ganz spontan. Um 12.15 Uhr waren alle bereit und die Altweiber-Sause konnte starten.

Und zwar mit einem gelungenen Reim-Vortrag der Möhnen. Die amüsierten sich köstlich auf Kosten ihrer Chefs. Bürgermeister Rübo, Technischer Beigeordneter Stephan Kahl und Ordnungsamtsleiter Ulrich Eckerleben (in Vertretung für den Beigeordneten Hans Ferber) bildeten das jecke Dreigestirn der Stadt.

In Anlehnung an die Kölner Narren-Oberhäupter machten die Rathaus-Weiber den Vorschlag, dieses Dreigestirn für die nächsten Jahre in Kempen zu installieren: Rübo als Prinz, Kahl als Bauer und Eckerleben als fesche Jungfrau. „Das wäre doch ein Trio, das sich sehen lassen kann“, rief eine der Möhnen ins Mikrofon.

Erstmals gab es bei der Altweiberparty im Rathausfoyer eine Einlasskontrolle. Zwei Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma standen am Eingang.

„Das ist leider nötig geworden“, sagte Stadtsprecher Christoph Dellmans. „Im vergangenen Jahr hatten wir großen Ärger mit Jugendlichen.“ Mehrere Gruppen seien 2011 im Rathaus gewesen und hätten sich am Freibier bedient. „Das ist damals ganz schön ausgeufert“, so Dellmans. Die Kontrolleure hatten gestern einen Blick darauf, dass die Jugendlichen nicht schon wieder das Rathaus stürmen. Nur jugendliche Angehörige der Garden und Karnevalsvereine sollten Zutritt bekommen.

Die passende Bleibe hatten die Damen auch für die großen Drei parat: „Ein Teil des neuen Klosterhofes soll für Euch als Residenz reserviert werden.“ Und verhungern werden die Herren auch nicht. Die Möhnen servierten köstliches Fleisch von der Hirschkeule – in Anlehnung an den erlegten St. Huberter Hirschen Rudolf. Gut, es war kein echtes Fleisch, aber die Schokolade sah auch köstlich aus.

In Sachen Masse kommt Rübo nicht an den Prinzen heran

Prinz Volker konnte dem (noch) amtierenden Prinzen Peter aber nicht wirklich Konkurrenz machen. „Mit Blick auf die Figur muss ich noch einiges aufholen“, sagte der etwa 60 Kilogramm schwere Rübo zu Peter Croonenbroeck (135 Kilogramm). „Das kriegen wir schon hin. Mach’ Dir da mal keine Sorgen“, meinte Prinzessin Marianne und erntete schallendes Gelächter im Rathausfoyer.

Zu guter Letzt soll der scheidenende Prinz das Wort haben: „Ich finde es einfach nur toll, dass sich wieder so viele Jecke hier versammelt haben. Danke an Euch. Ich verabschiede mich von dieser Bühne!“ Von Abschiedsschmerz wollte er aber nichts wissen: „Heute gibt es keine Trauer – nur Freude pur.“

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