Zwei Kempener Kinder schlüpften in die Rolle von Reportern. Sie fragten Kino-Chef Janssen Löcher in den Bauch.

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Ein Vormittag in den Kempener Lichtspielen – das bekommt nicht jeder geboten. Frank Janssen beantwortete die Fragen der WZ-Kinderreporter Madeleine Smeets und Luca Mootz.

Ein Vormittag in den Kempener Lichtspielen – das bekommt nicht jeder geboten. Frank Janssen beantwortete die Fragen der WZ-Kinderreporter Madeleine Smeets und Luca Mootz.

Frank Janssen erklärte den Kindern die Kino-Technik.

Kurt Lübke, Bild 1 von 2

Ein Vormittag in den Kempener Lichtspielen – das bekommt nicht jeder geboten. Frank Janssen beantwortete die Fragen der WZ-Kinderreporter Madeleine Smeets und Luca Mootz.

Kempen. Das war großes Kino. Morgens um 10 Uhr. Wenn nur drei von 98 roten Klappsesseln besetzt sind, wirkt Kinosaal 3 der Kempener Lichtspiele riesengroß. Einen roten Teppich hat Kino-Betreiber Frank Janssen Luca Mootz und Madeleine Smeets, beide 10 Jahre alt und Schüler der 4c an der Regenbogenschule, zwar nicht ausgerollt. Aber er hat den beiden Kinderreportern, die ihn im Auftrag der WZ interviewt haben, Türen geöffnet – auch von Räumen, die man als Besucher sonst nicht zu sehen bekommt. Film ab. 3, 2, 1, Interview läuft.

Kino steckt Frank Janssen im Blut. Das erfahren Luca und Madeleine, als sie nach dem Alter des Kempener Kinos fragen: „102 Jahre alt!“ Da staunen die beiden. Janssens Urgroßvater hat es gekauft. „Seht ihr das Foto da?“, fragt Janssen die Kinder im Foyer hinter der Kasse. „Der Mann, der dort an dem Bus steht, ist mein Urgroßvater.“ Der Mann war Busunternehmer, hatte eine Kirmes und eine Schmiede und wollte aus dem Lichtspiel-Haus einen Eisenwarengroßhandel machen. Er hatte schon mit dem Umbau begonnen und sich dann doch davon überzeugen lassen, das Kino weiterzubetreiben.

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Ein Vormittag in den Kempener Lichtspielen – das bekommt nicht jeder geboten. Frank Janssen beantwortete die Fragen der WZ-Kinderreporter Madeleine Smeets und Luca Mootz.

Ein Vormittag in den Kempener Lichtspielen – das bekommt nicht jeder geboten. Frank Janssen beantwortete die Fragen der WZ-Kinderreporter Madeleine Smeets und Luca Mootz.

Frank Janssen erklärte den Kindern die Kino-Technik.

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Frank Janssen erklärte den Kindern die Kino-Technik.

Frank Janssen leitet es nun in vierter Generation. Als Luca fragt, wie er auf die Idee gekommen sei, Kinobesitzer zu werden, erzählt Janssen von seinem Opa: „Er hat immer gesagt: Schule ist nicht so wichtig. Du machst sowieso das Kino weiter. Für mich ist es tatsächlich bis heute wie ein schönes Hobby.“ Schwierig sei es nicht, ein Kino zu führen. „Ich bin ja damit groß geworden.“

„Was haben Sie als Kinobesitzes alles zu tun?“ will Luca wissen. Janssen grinst: „Filme gucken nicht.“ 650 Filme, erzählt er, kämen im Jahr ’raus, „ich brauche etwa 100 Filme in dem Zeitraum. Ich suche sie aus nach Geschichte, Darstellern und Regisseuren und danach, wie sie in den USA gelaufen sind“. Je weniger Filme er insgesamt benötige, desto zufriedener sei er mit dem Filmjahr. „Denn dann laufen die Filme gut.“

Jetzt wollen die jungen Reporter Zahlen hören: Die Antwort auf die Frage, wie viele Besucher im Jahr in die Kempener Lichtspiele kommen, verblüfft sie: „150 000! Viele aus der Umgebung, aus Duisburg, auch aus Gladbach“, erzählt Janssen.

2001 hat Frank Janssen die Lichtspiele von seinem Vater übernommen. Der Senior wird nun bald 80 und reist durch die Welt. Frank Janssen hat außerdem noch Kinos in Geldern und Kleve. In Kempen beschäftigt er 38 Leute, Festangestellte sowie Schüler und Studenten als Aushilfen. Sie sind Kassierer, Platzanweiser, arbeiten an der Theke, als Vorführer und Reinigungskräfte.

Früher saß Janssen Opa an der Kinokasse und seine Großmutter riss die Karten ab. Später dann sein Vater und seine Mutter. Janssen junior hat als Platzanweiser angefangen. „Ich musste immer gucken, dass die Kinder mit den billigen Karten nicht auf die teuren Plätze wechselten.“ Früher kostete die billigste Kinokarte 50 Pfennig, also rund 25 Cent. Heute geht es sonntags um 12 Uhr für 5 Euro in die preiswerteste Vorstellung.

kempenerlichtspiele.de

Die WZ hat mit den Kinderreportern eine Serie aufgelegt. Schüler interviewen Menschen aus Kempen, Grefrath, Willich und Tönisvorst, die besondere Aufgaben erfüllen oder ihren Berufen an ungewöhnlichen Orten nachgehen. Bisher interviewten u.a. Vorster Schüler Polizei-Hauptkommissar Harald Moyses im Streifenwagen und Kempener Pfarrer Wolfgang Acht in der Propsteikirche.

Donnerstag ist Janssens „starker Kinoabend“, erfahren die Reporter, aber am Wochenende kommen die meisten Leute. Und dann verrät der Betreiber Madeleine noch eine starke Zahl, als sie fragt, wie viel Popcorn denn pro Woche im Kino verkauft wird: „Das sind sechs Säcke, 300 Kilogramm Maiskörner.“

Erfolgreichste Filme: „Avatar“, „Titanic“ und „Pretty Woman“

Wie viel er den Filmverleihern zahlen müsse, fragt Luca. „Ich zahle 50 Prozent von jeder Karte als Leihmiete an den Verleih. Je mehr Geld du dem Verleih schickst, desto lieber hat der Verleih dich.“ Läuft ein Film gut, zahle Janssen mehr Miete. „Aber das Gute ist, ich habe keine Außenstände. Die Karte wird gleich bezahlt und gut ist. Von meinem Teil finanziere ich die Werbung, Strom und bezahle die Mitarbeiter.“

Welcher Film war denn der erfolgreichste in Kempen? Da zählt Janssen auf: „Avatar, einer der ersten 3-D-Filme. Und Titanic. Auch Pretty Woman.“ Der Til- Schweiger-Film „Honig im Kopf“ sei viel erfolgreicher als er zuvor angenommen hatte: „Er läuft schon in der 14. Woche. Über 20 000 Menschen waren drin.“

Wer entscheidet denn, wie lange ein Film hier läuft? So lautet die nächste Frage der Kinderreporter. Auch das ist Chefsache. Oder auch nicht. Denn, so Janssen: „Im Kino stimmt man mit den Füßen ab.“ Ob es denn bald auch 4-D-Filme gebe, fragt Madeleine. „In Kino 1 haben wir das quasi schon. Wenn es da rummst, dann wackelt der Boden“, sagt Janssen.

Der Chef der Leinwände verrät zum Schluss noch, welche Filme demnächst anlaufen: „,Der Nanny’ mit Matthias Schweighöfer zum Beispiel. Der muss sich um verzogene Kinder kümmern, Da kann man lachen. Das finde ich am schönsten.“ Einer seiner Lieblingsfilme kommt aus Frankreich: „Ziemlich beste Freunde“. Beste Überleitung. Denn diesem Interview fehlt nur noch der Abspann: Luca und Madeleine waren ziemlich beste Reporter. Ende.

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